25 Jahre Mauerfall

DDR-Schauspieler Christian Grashof – „Man ist Hofnarr“

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Wenn vom DDR-Theater die Rede war, das 1989 erstmals am Theatertreffen in West-Berlin teilnahm, fiel immer wieder der Name des Schauspielers Christian Grashof. Der damals 45-Jährige arbeitete schon fast zwei Jahrzehnte am Deutschen Theater und wurde mit der außergewöhnlichen Darstellung seiner Rollen berühmt. Am Rande des Treffens sagte er am 23. Mai 1989, dass es einen „spezifischen Reiz“ für einen Schauspieler im DDR-Theater gebe, der von den gesellschaftlichen Verhältnissen herrühre.

Grashof: „Es ist ja ganz schön, zwei oder dreieinhalb Stunden diese Spannung zu erleben. Natürlich weiß man in einem zentral organisierten Staat wie der DDR, was gemeint sein kann, wenn ich da zum Beispiel als Robespierre sage: ‚Wir haben nur wenige Köpfe zu treffen und das Vaterland ist gerettet.‘ Aber man darf sich auch nicht darin täuschen, dass man der Hofnarr ist, das weiß ich.“