25 Jahre Mauerfall

Übersiedlerwelle aus der DDR in den Westen steigt weiter an

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Die Zahl der Übersiedler aus der DDR wächst weiter. In der ersten Mai-Hälfte verließen 6300 Menschen – über 400 Menschen mehr als im gesamten April – die DDR und Ost-Berlin. Von den 6300 Übersiedlern kamen 5000 mit Genehmigung in den Westen, die übrigen durch Flucht über Drittländer oder nach einem West-Besuch. Die Zahlen seit 1. Mai übertrafen die seit Jahresbeginn für die Monate von Januar bis April registrierten Übersiedler, deren Zahl bei 4627 lag.

Insgesamt rechnete die Bundesregierung in Bonn für den Mai mit etwa 8000 Übersiedlern. Laut der Zeitung „Die Welt“ erwartete die Ministerin für innerdeutsche Beziehungen, Dorothee Wilms, „dass im zweiten Quartal 1989 bis zu 12.000 Bewohner der DDR ausreisen dürften“. Ein wichtiger Grund für die Zunahme bei den Übersiedlern dürfte die Enttäuschung über die manipulierte Kommunalwahl gewesen sein.