Mit ungewöhnlich heftiger Kritik an den Verhältnissen in der DDR hat sich die Bürgerrechtsinitiative „Frieden und Menschenrechte“ zu Wort gemeldet. In der am 18. Mai 1989 nach West-Berlin gelangten neuesten Ausgabe der Untergrundzeitschrift „Grenzfall“ heißt es, für die Bevölkerung der DDR seien Auswanderungen und Leistungsverweigerung wesentliche Ausdrucksformen geworden. Seit 1979 hätten 200.000 Menschen oder 1,3 Prozent der Bevölkerung den Staat verlassen.
Da kein gesellschaftlicher Dialog stattfinde, ergebe sich die Notwendigkeit einer Opposition. „Wir wollen uns zu diesem Begriff bekennen, verstanden als Gegnerschaft zur praktizierten Politik und zum alleinigen Führungsanspruch der SED, die weder bereit ist, über die gesellschaftlichen Probleme zu reden, noch in der Lage ist, sie zu lösen.“ Von einer Gesellschaft als aktiv handelnde Kraft könne keine Rede sein.



