25 Jahre Mauerfall

Zwölf West-Familien durch Trinkwasser aus Potsdam vergiftet

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Wie am 31. März 1989 bekannt wurde, fließt vergiftetes Trinkwasser aus Potsdam nach Steinstücken im Ortsteil Wannsee. Zwölf Familien sind betroffen, die das Wasser aufgrund ihrer Grundstückslage aus der DDR beziehen, darunter Baustadtrat Klaus Uwe Benneter. Erst jetzt teilte ihnen das Zehlendorfer Gesundheitsamt mit, dass das für Leber, Nieren und das zentrale Nervensystem schädliche Trichloräthen darin enthalten ist.

Die Berliner Wasserbetriebe, die der eigentliche Vertragspartner der Familien sind, bieten einen Anschluss an das West-Leitungsnetz an, verlangen dafür aber pro Haus mehrere tausend Mark. Seit Jahren wird das Wasser aus der DDR im Abstand von zwei Wochen im Labor untersucht, im Sommer 1988 lagen die Trichloräthen-Werte mehrmals deutlich über dem zulässigen Wert von 25 Millionstel Gramm pro Liter.