25 Jahre Mauerfall

DDR-Zeitungen berichten nicht über Sowjetwahlen

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Auch am 28. März 1989 verschweigen DDR-Zeitungen noch die Ergebnisse der Wahlen zum Volksdeputiertenkongress in der Sowjetunion. Am 26. März sollten sich die Bürger der UdSSR erstmals zwischen mehreren Kandidaten entscheiden. Aus Tausenden Kandidaten wählten sie 1500 Abgeordnete, davon 80 Prozent KPdSU-Mitglieder mit übereinstimmenden Wahlprogrammen. Das Ergebnis war eine Niederlage hoher Parteifunktionäre und laut Anhängern des Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow ein Ansporn für die Reformpolitik.

In Leningrad fiel fast die gesamte KP-Führung durch. Vielen Funktionären droht nun die Absetzung. Die gelenkte DDR-Presse erwähnt lediglich, dass die Wahlen abgeschlossen seien. Zeitungen in der Sowjetunion oder in Polen berichten bereits ausführlich und sprechen unter anderem von einer „Lektion in Demokratie“.