Am Samstag findet der lang erwartete Parteitag der Berliner Linkspartei statt, an dem über Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen abgestimmt werden soll. Im Vorfeld hatte eine Veröffentlichung des „Spiegel“ für Furore gesorgt, nach der die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, und ihre Familie Angst vor Hamas-Sympathisanten in der Hauptstadt hätten.

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Nun steht fest: Eralp erhält am Samstag einmalig Polizeischutz auf ihrem eigenen Parteitag. Informationen dieser Redaktion zufolge soll Eralp am Donnerstag zuvor um die Überprüfung ihres Sicherheitsstatus bei der Polizei Berlin gebeten haben. Die Überprüfung habe eine konkrete Bedrohungslage ergeben, heißt es dazu aus Sicherheitskreisen.

Zum Hintergrund: Personenschützer bekommen in Berlin üblicherweise nur Regierende Bürgermeister und Innensenatoren automatisch. Allerdings erst, wenn sie wirklich in ihr Amt gewählt sind. Bisher schätzen die Behörden Elif Eralp als nicht besonders gefährdet ein, verlautete am Donnerstag aus eingeweihten Kreisen. Warum sie ihre Meinung am Freitag änderten, ist nicht bekannt und wird öffentlich auch nicht kommuniziert.

Polizei trifft keine Aussage zu Schutzstatus

Auf Nachfrage zur Causa Eralp betont die Polizei Berlin lediglich, dass die Bewertung möglicher Gefährdungen von Personen des öffentlichen Lebens immer auf Grundlage der jeweils vorliegenden Erkenntnisse erfolge. „Dies gilt unabhängig von der jeweiligen politischen Funktion, der öffentlichen Positionierung oder dem persönlichen Hintergrund der betroffenen Person“, so Polizeisprecher Martin Halweg. Zu individuellen Gefährdungseinschätzungen oder Sicherheitsmaßnahmen würden keine Aussagen getroffen.

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Bedrohungen durch Hamas-Anhänger sind nicht bekannt

Elif Eralp wohnt mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern in Kreuzberg. Sie ist oft in der Berliner Innenstadt mit dem Fahrrad unterwegs. Da sie in letzter Zeit enorm bekannt geworden ist und als politische Reizfigur viele Angriffe und Anfeindungen vor allem in den sozialen Medien erfährt, kann sie sich und ihre Familie dabei durchaus als gefährdet begreifen. Dass sie in irgendeiner Form tatsächlich von Palästina-Aktivisten oder gar Hamas-Unterstützern bedroht würde, ist aber zumindest nicht öffentlich bekannt geworden.