Zum Artikel „Berlin hat ein Raser-Problem – fast immer sind es Männer“ vom 23. Oktober 2026
Das Fatale an der Situation ist, dass fast jedes Auto, auch PS‑schwach, schon zum Rasen geeignet ist. Wenn härtere Strafen nicht abschrecken, dann, liebe Politik, ein Gesetz schaffen, das zwingend eine Haftstrafe zur Folge hat. Wenn Raser und Halter identisch sind, sollte zwangsweise das Fahrzeug eingezogen und später versteigert werden. In mehreren Ländern ist das schon Praxis. Was auch immer wieder bemängelt wird, ist die Frage, wer gefahren ist. Wird diese Frage nicht geklärt, auch wenn es ein Familienmitglied betrifft, muss die Halterhaftung durchgesetzt werden. In einem Gespräch mit einer Polizistin, die gerade ein Fahrzeug im absoluten Halteverbot aufgeschrieben hat, sagte sie, dass sie gerne mehr Rechte hätte, um solche Fahrzeuge abschleppen zu lassen. Leider wird sich an diesem Fehlverhalten mancher Fahrer nichts mehr ändern, solange die Rechtsprechung nicht massiv mitwirkt.
Joachim Jeserig, per Mail
Es lässt mich ein wenig ratlos zurück, dass der zuständige Oberamtsanwalt Andreas Winkelmann glaubt, dass man das Rasen und illegale Autorennen mit Prävention unter Kontrolle bekommt. Da hilft auch kein Stufenführerschein oder eine PS‑Beschränkung. Die wirksamste Methode wird sein, Fahrzeuge, die mit überhöhter Geschwindigkeit und Autorennen auffallen, zu konfiszieren und zugunsten der Staatskasse zu verkaufen. Somit weiß jeder Besitzer, jeder Autovermieter, jeder Cousin, Bruder, Vater, Freund, dass das Auto weg sein kann, wenn es missbräuchlich genutzt wird.
Karola Albrecht, per Mail
Zum Artikel „Merz will Stromsteuer im nächsten Jahr senken“ vom 25. Oktober 2026
Im Sommer schloss Merz einen Tankrabatt aus, weil der Haushalt das absolut nicht hergebe. Dann gingen drei Landtagswahlen für die CDU krachend verloren und plötzlich war Geld für einen neuen Tankrabatt da. Jetzt soll im Januar die Stromsteuer gesenkt werden. Klar, unter anderem in NRW sind im April Wahlen. Was liegt ihm wohl mehr am Herzen? Dass die Bürger etwas mehr Geld im Portemonnaie haben oder seine Angst vor weiteren Wahlniederlagen und seine Position als Kanzler?
Detlef Trzeciak, per Mail
Auch, wenn die Senkung der Energiesteuer unterm Strich nicht zu der Entlastung der Bevölkerung führt, hätte diese Aktion doch große Symbolkraft. Die im Koalitionsvertrag gedachte Senkung der Stromsteuer für alle um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde wird realisiert. Das würde die Glaubwürdigkeit der Koalition erhöhen. Angesichts eines steigenden Wirtschaftswachstums ist es die Aufgabe des Finanzministers, diese Entlastung auf den Weg zu bringen. Dass Herr Klingbeil keinen Spielraum dafür sieht, ist klar. Offensichtlich kennt das BMF momentan nur Steuererhöhungen (Zucker, Tabak). Deren Lenkungswirkung ist dabei vage. Dass ausgerechnet der SPD-Finanzminister keine Entlastung aller von der Stromsteuer will, verwundert nicht, denn offensichtlich hat sich die SPD schon weit vom Otto-Normalverbraucher entfernt. Auch scheinen die Probleme von kleinen und mittleren Unternehmen, zum Beispiel des Handwerks, ihn nicht zu berühren. Dass diese Entlastung zu niedrigeren Betriebskosten der Wirtschaft führen könnte und zu mehr Umsatz eines großen Teils der Bevölkerung, wird vollkommen ausgeblendet.
Christine Horn, per Mail
Zum Artikel „Radweg mit Hindernissen“ vom 24. Oktober 2026
Reporter Patrick Goldstein meldet sich in der Sonnabend-Ausgabe gleich zweimal mit seinem Ärger als Radfahrer an der Potsdamer Straße, an der B1 in Steglitz-Zehlendorf. Er aber weiß doch: Verantwortlich ist Stadtrat Urban Aykal, der jetzt laut Wahlplakat zum Bürgermeister aufsteigen wollte. Statt sich um diese Radwege zu kümmern, lässt Herr Aykal gerade den Vorplatz des Bahnhofs Lichterfelde umbauen – für viel Geld, gegen den Wunsch der Bürger im Viertel und gegen die Interessen der Geschäftsleute. Denn er behindert deren Kundschaft: Acht Parkplätze hat er ersatzlos gestrichen. Außerdem wird es jetzt für die LKWs der Lieferanten zu eng. Muss grüne Politik so sein?
Friedrich F. Zuther, per Mail
Zur Thadeusz-Kolumne „Weltuntergang war schon“ vom 24. Oktober 2026
Selten konnte ich einer Ihrer Kolumnen so uneingeschränkt zustimmen wie dieser: Nach den Perioden „Wir amüsieren uns zu Tode“ und „Wir informieren uns zu Tode“ haben wir nun die Stufe „Wir digitalisieren uns zu Tode“ erklommen. Der Mensch als analoges Wesen stört eigentlich nur noch. Im Grunde bewahrt uns allein der Umstand, dass man Lebewesen nicht nach Belieben automatisieren und miniaturisieren kann, vor noch radikaleren Ideen aus dem Silicon Valley. Und: Trotz aller Beschwichtigungen ist es schon jetzt unübersehbar, dass die Künstliche Intelligenz einen weiteren gravierenden und unumkehrbaren Schritt in Richtung „schöne neue Welt“, in der der Mensch als Individuum immer weniger taugt und immer weniger wert ist, ausgelöst hat.
Wolf-Rüdiger Heilmann, per Mail
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