Haben wir in Berlin bald französische Verhältnisse? Zumindest am Montagmorgen wirkte es so. Da verbarrikadierten rund 150 Schülerinnen und Schüler die Eingänge des Französischen Gymnasiums in der Derfflingerstraße im Ortsteil Tiergarten (Bezirk Mitte) – mithilfe von Europaletten und Fahrradschlössern. Zwei andere Eingänge der Schule wurden mit Müllcontainern, Absperrbaken und E-Scootern zugestellt. Zuerst berichtete der „Tagesspiegel“ darüber. Die jungen Menschen appellierten für Solidarität mit den Jugendlichen der Schulstreiks in Frankreich.

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Dort demonstrieren bereits seit über zwei Wochen Schülerinnen und Schüler für eine bessere Ausstattung der Gymnasien, mehr Vertretungslehrer und Investitionen in das Bildungswesen. Teils kam es am Rande zu Ausschreitungen. Einsatzkräfte nahmen Tausende junge Menschen vorübergehend fest.
Auf Nachfrage des „Tagesspiegel“ bestätigte die Berliner Polizei den Einsatz vor Ort. Rund 150 Jugendliche sollen sich vor dem Gymnasium versammelt haben. Die Behörde hielt demnach einen Eingang zur Schule offen. Gegen 9 Uhr sei es zu einer kurzfristigen Festnahme gekommen. Als Schüler versuchten, auch den dritten Eingang zu blockieren, mussten die Beamten sie zurückdrängen. Laut der Schulleiterin wussten weder sie noch die Polizei von den Protesten, die erst später offiziell angemeldet wurden.
Schüler-Blockade endet mit friedlicher Kundgebung am Brandenburger Tor
Danach folgte eine Abschlusskundgebung. Circa 120 Schülerinnen und Schüler gingen vom Gymnasium zum Pariser Platz am Brandenburger Tor gegenüber der Französischen Botschaft. Gegen 13 Uhr kam es dort zu einem friedlichen Ende. Der Protest fand am (heutigen) Dienstag keine Fortsetzung. Laut „B.Z.“ soll die Schulleitung Druck gemacht haben. „Sie haben uns quasi erpresst“, sagte eine 16-jährige Schülerin der Zeitung. Als Drohung stand im Raum, dass alle Schüler für eine verpasste Klassenarbeit die Note 6 bekommen sollten.
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Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hat die Blockade kritisiert. Gegenüber der Morgenpost ließ die Politikerin wissen: „Das Recht von Schülerinnen und Schülern, ihre Meinung zu äußern und sich gesellschaftlich und politisch zu engagieren, ist ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie. Zugleich gelten auch in der Schule klare Regeln. Schule ist kein rechtsfreier Raum. Meinungsfreiheit rechtfertigt weder die Blockade einer Schule noch die Beeinträchtigung des Rechts anderer Schülerinnen und Schüler auf Unterricht. Ein solches Vorgehen ist nicht akzeptabel und wird an Berliner Schulen nicht geduldet.“
Die Schülerproteste in Frankreich haben zwischenzeitlich an Umfang verloren. Für diesen Dienstag war jedoch erneut zu einem landesweiten Aktionstag mobilisiert worden.
BMO/dw/dpa







