Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages.

  • Innensenatorin Iris Spranger (SPD) übergibt neue Katastrophenschutzfahrzeuge an Hilfsorganisationen und an die Freiwillige Feuerwehr.
  • Vor dem Moabiter Kriminalgericht beginnt der Prozess gegen einen 62-Jährigen, der seine Mutter mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben soll.
  • 100 Jahre S-Bahn-Werk Oranienburg: Jubiläumsfeier mit Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD). Im Mittelpunkt stehen die Geschichte des Werks sowie seine zukünftige Rolle bei der Instandhaltung der wachsenden S-Bahn-Flotte in Berlin und Brandenburg.

Neues aus Berlin

Nun ist der Weg für Sondierungsverhandlungen einer rot-grün-roten Koalition in Berlin frei. Erste Gespräche liefen am Donnerstag zu Wirtschaft und Wissenschaft. Am Nachmittag stellten die drei Parteien die lange erwartete Erklärung zum Umgang mit Antisemitismus vor. Verhandelt war der Text schon am Mittwoch – veröffentlicht wurde er erst einen Tag später, aus Rücksicht auf das Gedenken an die Opfer des Hamas-Massakers vom 7. Oktober, das sich zum dritten Mal jährte.

Was bekannt wurde, kann man durchweg als Forderung an die Linke verstehen, die wegen antisemitischer Tendenzen und Nähe zur Organisierten Kriminalität in der Kritik steht. Die Parteien bekennen sich demnach zum Schutz jüdischen Lebens, zum Existenzrecht Israels und gegen jede Form von Antisemitismus. Gewalt und Terror sollen weder verherrlicht noch relativiert werden. Der Kampf gegen den Antisemitismus und Rassismus soll in der Berliner Landesverfassung verankert werden. Die drei Partner unterstützen eine Zwei-Staaten-Lösung, erkennen das Leid der Palästinenser an und benennen Verstöße gegen Völker- und Menschenrecht. Boykottaufrufe wie die BDS-Kampagne lehnen sie ab.

Sondierungen Berlin
Steffen Krach (SPD), Kerstin Wolter (Linke), Werner Graf (Grüne) nach Vorgesprächen zur Regierungsbildung im Haus der Statistik.© Funke Foto Service (FFS) | Reto Klar

Außerdem sollen Jüdische Gemeinden, Schulen, Kitas, Kulturzentren und Begegnungsorte verlässlich unterstützt sowie Polizei und Verfassungsschutz in diesem Auftrag gestärkt werden. An Hochschulen soll es Schutzkonzepte und Beratung für jüdische Studierende geben. Besonders interessant ist das Expertengremium aus der Stadtgesellschaft, das antisemitische Aussagen bewerten soll. Über Konsequenzen – bis zum Ausschluss – soll jede Fraktion selbst entscheiden können.

Zur viel diskutierten Organisierten Kriminalität (OK) hieß es, Parteimitglieder sollten Distanz zu Personen aus dem OK-Milieu halten. Schon die Kontaktaufnahme gelte als schwerwiegender Verstoß.

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Eigentlich sollten das alles Selbstverständlichkeiten sein. Können Sie sich an eine Regierung erinnern, die schon einmal mit solchen Schwüren an den Start gehen musste? Ich nicht. Den aktuellen Bericht meiner Kollegen Joachim Fahrun und Hans Cord Hartmann finden Sie hier.

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Ihr Felix Müller

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