Das Bekennerschreiben, das kurz nach dem Brandanschlag in Berlin-Marzahn vor zehn Tagen auftauchte, wird in der Berliner Polizei als echt bewertet. Das berichtet der RBB unter Verweis auf „Ermittlerkreise“. Das Schreiben tauchte am 5. Oktober auf einschlägigen linksextremen Portalen auf. Darin bekennt sich eine Gruppe namens „Kinder des Zorns“ zu dem Anschlag.

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Ziel des Anschlags sei es laut Schreiben gewesen, die Stromversorgung mehrerer Technologieunternehmen zu unterbrechen, die sogenannte Dual-Use-Produkte herstellen – also Dinge, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. „Bereits ein kurzzeitiger Stromausfall kann ihre hochspezialisierten Fertigungsanlagen erheblich beschädigen und zu wochenlangen Verzögerungen führen“, heißt es. „Genau das war unsere Absicht.“ Das Schreiben bestätigt damit auch die erste Annahme der Polizei, dass sich die Täter den CleanTech-Business-Park in Marzahn gezielt ausgesucht hatten.
„Das Bekennerschreiben ist hier bekannt und wird bei den Ermittlungen zur Identifizierung des oder der Tatverdächtigen berücksichtigt“, schreibt ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft auf Anfrage. „Ob die genannte Gruppe der Polizei Berlin bereits bekannt ist, kann von hier aus nicht beantwortet werden.“ Die Zusammenhänge zu anderen Straftaten würden geprüft. Man ermittle „gegen Unbekannt“.
Stromausfall in Marzahn: Brandanschlag auf Starkstromkabel vereitelt
Die Täter hatten in der Nacht zum 5. Oktober in versucht, Starkstromkabel in Brand zu setzen. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr stellten sie gegen 4 Uhr an einer Kabelbrücke in der Boxberger Straße Gegenstände unter den dort verlegten Kabeln ab und zündeten diese an. Durch das Feuer wurde die Ummantelung der Kabel beschädigt. Die Stromversorgung war nur kurzzeitig unterbrochen. 19 Firmen mussten vorübergehend mit Notstrom versorgt werden.
Der für politisch motivierte Taten von Extremisten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) hat die Ermittlungen übernommen. In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Anschlägen auf Stromtrassen in Berlin. Diese führten teils zu großen Stromausfällen und wurden linksextremistischen Tätergruppen zugerechnet, die sich in ihren Bekennerschreiben als Vulkangruppen bezeichneten. Dabei handelte es sich um professionell durchgeführte Anschläge.
Im September 2025 waren nach einem gezielten Anschlag auf einen Strommast der Technologiepark Adlershof und Zehntausende Menschen im Berliner Südosten betroffen. Noch schwerer traf es den Südwesten am 3. Januar. Der Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde kappte den Strom für 45.000 Haushalte. Rund 100.000 Menschen mussten – bei Minusgraden, Schnee und Glatteis – teils tagelang ohne Energie auskommen.
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JP/lth/psi







