Ortstermin in Treptow-Köpenick: Knapp ein Jahr nach dem Brandanschlag auf einen Stromendmast am Königsheideweg am 9. September 2025 präsentierten Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Erik Landeck, Geschäftsführer von Stromnetz Berlin, die erneuerte Anlage und ein neues Sicherheitskonzept.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Dazu gehören ein 93 Meter langer und 2,40 Meter hoher doppelter Metallzaun mit Nato-Draht und ein massives, verschlossenes Tor. Dahinter stehen mehrere 360-Grad-Kameras mit Lautsprechern, die den Bereich rund um die Strommasten überwachen. Im Sicherheitsbereich sind Sensoren verbaut, die Erschütterungen messen können. Und zur Straße hin stehen sieben massive Stahlpoller, die Anschläge mit Fahrzeugen verhindern sollen. Zusätzlich sei ein Wachdienst vor Ort. „Wer hier versucht, drüberzukommen, wird das nicht verletzungsfrei schaffen“, so Giffey. Rund 180.000 Euro wurden an diesem Standort investiert.

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Zum neuen Sicherheitskonzept gehören „physischer Schutz, Erkennung und eine schnelle Intervention“, so Landeck. „Dieses Konzept werden wir überall finden, auch wenn nicht überall Zäune stehen.“ Dazu werde man weitere Redundanzen bei den Kabelstrecken schaffen.

Hier kommen Starkstromleitungen mit 110.000 Volt Spannung aus der Erde

Am Königsheideweg kommen zweimal sechs, rund zehn Zentimeter starke Leitungen mit 110.000 Volt Spannung aus der Erde und werden über zwei Strommasten nach oben geführt. Geschützt sind sie auf den ersten Metern zusätzlich von massiven Metallboxen und einer Reihe starker Abwehrdornen rund um die Masten. Insgesamt wurden rund 20 Kilometer Zaun um Stromversorgungen in Berlin erneuert, erhöht und verstärkt. Berlin sei der Ort, der besonders von Bedrohungen betroffen sei, erklärte Giffey, nirgendwo in Deutschland gäbe es einen ähnlich hohen Schutz. Hundert Prozent Sicherheit gäbe es aber nicht.

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Bis 2030 will das Land Berlin rund 3,7 Milliarden Euro für den Ausbau, die Sicherung und Stärkung des Stromnetzes investieren. 200 Millionen sollen in den technischen Schutz fließen. Die Kapazität soll auf 4,5 Gigawatt verdoppelt werden. Dies sei notwendig, „damit die Stadt weiter funktioniert“, so Giffey.

Der Strom versorgt rund 50.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe

Die massive Absicherung am Anschlagsort stehe laut Giffey exemplarisch für die Bemühungen von Stromnetz und dem Land Berlin, die Strominfrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Verletzliche Punkte der Strominfrastruktur sollen besonders gut geschützt werden, erklärte Giffey. Die Strommasten am Königsheideweg versorgen rund 50.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe.

Neue Sicherheitszaunanlage am Endmast Königsheideweg
Geschenk für Giffey: Der Querschnitt eines Stromkabels, das beim Brandanschlag am Königsheideweg zerstört wurde, wurde bei dem Ortstermin überreicht.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen

99 Prozent des Berliner Stromnetzes verlaufen heute unterirdisch, der Rest soll in den nächsten Jahren unter die Erde verlegt werden, kündigte der Betreiber an. Bis dahin müssen Strommasten und -kabel wie Hochsicherheitsbereiche geschützt werden. Auch der viertägige Stromausfall im Januar in Steglitz-Zehlendorf wurde durch einen Anschlag auf ein Hochspannungskabel ausgelöst.

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Im Internet sind Standorte von Stromtrassen und -masten weiter abrufbar

Im Internet sind die Lage von Stromtrassen und -masten in Berlin nach wie vor frei abrufbar, zum Beispiel über den Kartendienst „OpenStreetMap“. Der Online-Dienst stellt eine weltweite digitale Karte zur Verfügung, „erstellt von Menschen und frei verwendbar unter einer offenen Lizenz“. Die Einträge zur Stromversorgung können für Anschläge missbraucht werden. Stromnetz Berlin hat nach eigenen Angaben mehrfach versucht, diese Daten löschen zu lassen. Bislang ohne Erfolg.