Im September 2025 und im Januar 2026 gab es zwei folgenreiche Angriffe auf das Berliner Stromnetz. Im September 2025 wurde ein Anschlag in Johannistal auf eine Stromtrasse verübt. Darauf fiel auch in Adlershof der Strom aus. Am 3. Januar 2026 wurde es im Südwesten der Stadt für vier Tage dunkel, nachdem Unbekannte ein Feuer an einer Kabelbrücke in Lichterfelde gelegt hatten. Betroffen waren rund 45.000 Haushalte und 2200 Betriebe. Viele Firmen und Geschäfte mussten sich selbst helfen, Notstromaggregate wurden schnell knapp. In Zukunft soll sich Berlins Wirtschaft besser auf solche Krisen vorbereiten können. Und auch die Hilfe aus der Wirtschaft soll besser koordiniert werden.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Dazu haben die drei wichtigsten Wirtschaftsverbände, die IHK Berlin, die Handwerkskammer und die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), die Online-Plattform „Berliner Wirtschaft hilft“ gestartet. Ihr Ziel sei es, „die Ausfälle in Betrieben bei Notlagen zu begrenzen, die Hilfskräfte zu unterstützen und durch gegenseitige Hilfe und die gebündelten Ressourcen der Berliner Unternehmen die Resilienz Berlins insgesamt zu stärken“, teilte die IHK mit.
Auch interessant
Auf der neuen Plattform können Firmen vorsorglich Unterstützungsangebote einstellen, zum Beispiel Notstromaggregate und andere Großgeräte, Lager, Büroflächen und Logistik. Im Krisenfall können die betroffenen Betriebe Bedarf anmelden. Die Wirtschaftsverbände wollen dann die registrierten Firmen informieren und über eine Krisenhotline zwischen Angeboten und Bedarfen vermitteln.
Resilienz entstehe nicht erst in der Krise, sondern durch Vorbereitung und Zusammenarbeit
Auch sollen über „Berliner Wirtschaft hilft“ Einsatz- und Hilfskräfte mobilisiert und Ressourcen schnell dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden. Ein KI-Chatbot soll ihnen dabei helfen, Krisenreaktionspläne zu erstellen. Er steht rund um die Uhr zur Verfügung. Die KI soll wichtige Informationen aus den Bereichen Energiesicherheit, Cybersecurity, Wirtschaftsschutz und Lieferkettenstabilität sammeln und eine Checkliste zur Vorbereitung auf Notfälle liefern.
Die Wirtschaftsverbände rufen Firmen dazu auf, sich bei „Berliner Wirtschaft hilft“ anzumelden und Hilfsangebote einzustellen. Resilienz entstehe nicht erst in der Krise, sondern durch Vorbereitung und Zusammenarbeit.
Auch interessant
Die neue Plattform soll schneller zwischen Angebot und Bedarf vermitteln
„Wir können Krisen nicht vorhersagen, aber wir können und müssen uns besser wappnen. Wie notwendig das ist, haben die jüngsten Angriffe auf Umspannwerke und die digitale Infrastruktur gezeigt“, erklärte Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin. Die neue Plattform bündele Ressourcen und Unterstützungsangebote und vermittle im Ernstfall schnell und unbürokratisch zwischen Angebot und Bedarf. „Wenn die Krise da ist, zählt Schnelligkeit“, so Schreiner.
Laut Jürgen Wittke, dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, seien in einer Krise die ersten 72 Stunden entscheidend für den weiteren Verlauf. Gerade das Handwerk könne im Ernstfall wichtige Fähigkeiten bereitstellen, erklärte er. Doch dafür müsse man schon vorher wissen, wer was leisten kann. „Krisen bewältigt man nicht allein, sondern zusammen“, so Wittke.
Auch interessant
Alexander Schirp, UVB-Hauptgeschäftsführer, erklärte, Berlins Wirtschaft müsse sich auf viele Szenarien vorbereiten. „Jeden Tag kann eine neue Bedrohung auf unsere Region zukommen. Deshalb ist es gut, wenn wir uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam Bedrohungen so gut es geht abwehren.“







