Der aktuelle BerlinTrend von infratest dimap im Auftrag der rbb24-Abendschau und von rbb 88.8 bringt es an den Tag: Junge Menschen zwischen 16 und 34 Jahren sind der Ansicht, dass ihre Anliegen von der Politik nicht genügend berücksichtigt würden. Das sagen 76 Prozent der Befragten. Nur 15 Prozent finden, dass Politiker ihnen genug Gehör schenkten und sich um ihre Belange kümmerten. Gleichzeitig gestehen 53 Prozent der befragten jungen Menschen, dass sie über die Kandidaten und Programme der Parteien zur bevorstehenden Abgeordnetenhauswahl nur schlecht informiert seien.

Wahl 2026: Junge Wähler vertrauen vor allem in Berlin einer Partei

Bei der Frage, welcher politischen Partei sie am ehesten ihr Vertrauen schenken würden, fällt die Antwort deutlich aus. 38 Prozent der 16- bis 34-Jährigen würden der Linken ihre Stimme geben. Bei einer Direktwahl der Regierenden Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters würden 20 Prozent für Spitzenkandidatin Elif Eralp votieren. 60 Prozent der Befragten gestehen allerdings ein, dass sie nicht wüssten, wen sie wählen sollten.

Die Präferenz für die Linkspartei hängt womöglich auch damit zusammen, dass das Thema Wohnen für junge Menschen das wichtigste bei der anstehenden Abgeordnetenhauswahl ist. Dahinter folgen Innere Sicherheit, Einwanderung und Mobilität. Für die von der Linken propagierte Vergesellschaftung größerer Wohnungsunternehmen plädieren 46 Prozent der Befragten. 29 Prozent in der Altersgruppe halten Enteignungen dagegen für eher schlecht. Bei allen Befragten hatte sich in dieser Frage zuletzt ein anderes Bild ergeben. Demnach lehnten 46 Prozent der Berlinerinnen und Berliner Enteignungen eher ab.

Viele junge Berliner fürchten steigende Lebenshaltungskosten

Bei der Frage nach dem Geld blicken jüngere Berliner eher pessimistisch in die Zukunft. 64 Prozent gaben an, sie hätten große Sorgen, sich das Leben in Berlin in Zukunft nicht mehr leisten zu können. Bei allen Berlinern sieht die Antwort etwas anders aus. Hier befürchteten 49 Prozent eben dieses. Genau so viele Berlinerinnen und Berliner erklärten, sie hätten diese Befürchtung nicht.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte 2023 eine Herabsetzung des Wahlalters beschlossen. Am 20. September können somit erstmals auch Personen wählen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben.

tok