Beim Hackerangriff auf Teile der Berliner Stadtverwaltung sind nach Senatsangaben keine Daten gestohlen oder veröffentlicht worden, die für die nationale Sicherheit wichtig sind. Es seien nur Daten entwendet worden, die die niedrigste von vier Geheimhaltungsstufen gehabt hätten, sagte Berlins Digital-Staatssekretär Florian Hauer im Innenausschuss des Landesparlamentes. Lediglich Daten mit der Einstufung VS‑NfD (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch) seien betroffen. 

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Mit Blick auf Einrichtungen des Bundes, der Bundeswehr und die nationale Sicherheit bedeute das, dass keine Daten mit erhöhter Sensibilität und Sicherheitsrelevanz gehackt worden seien, sagte der Staatssekretär. 

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Datenprüfung und ‑analyse werden viel Zeit in Anspruch nehmen

Hauer betonte aber zugleich, die Prüfungen und Untersuchungen der mehr als 1,2 Millionen Dateien liefen noch. Einige Dateien hätten zwar auf den ersten Blick sensibel ausgesehen, es habe sich aber dann herausgestellt, dass keine Gefährdung vorliege. So sei es bei Dateien mit Bezug zum Militärischen Abschirmdienst (MAD) nur um Parkgenehmigungen gegangen.

Im später stattfindenden Ausschuss für Digitalisierung und Datenschutz wies Hauer auf die langwierige Sicherung und Analyse der veröffentlichten Daten hin. Zwar habe man sofort angefangen, die Dateien herunterzuladen. Allerdings nehme der Download aufgrund der Größe und der geringen Übertragungsbreite mehrere Tage in Anspruch. „Wir werden nicht darum herumkommen, jede Datei einzeln zu prüfen“, so der Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung. Auch wenn bei der Priorisierung der Dateien Künstliche Intelligenz zum Einsatz komme: Die Analyse sei sehr aufwendig und werde Zeit und Ressourcen binden.

Ärger über Bezirksamt Lichtenberg

Aktuell werde die forensische Analyse auf alle Systeme der Berliner Behörden ausgerollt. Das Bezirksamt Lichtenberg verweigert jedoch, die Anti-Hacker-Software des US-Unternehmens Crowdstrike anzuwenden. Hauer hält die Verweigerung für „extrem ärgerlich“ und „grob fahrlässig“. Er habe versucht, die Notwendigkeit klarzumachen und alle datenschutzrechtlichen Bedenken auszuräumen. „Meine Geduld ist am Ende“, sagte er im Digitalausschuss.

Alexander Slotty, Staatssekretär für Bauen, ging sogar noch weiter und drohte dem Bezirk, ihn von allen IT-Fachverfahren beider Häuser zu trennen. Es sei nicht auszuschließen, dass sich in der digitalen Infrastruktur des Bezirks Schadsoftware befindet. Zudem sei diese nicht sicher.

Slotty erklärte, dass durch die Intervention des Senats wohl Schlimmeres verhindert werden konnte. Die Systeme seien nicht durch die Hackergruppe verschlüsselt worden. Lediglich ein Prozent der Daten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung seien abgeflossen.

Hackerangriff im Wahlkampf angekommen – FDP mit Rücktrittsforderungen

„Es ist jetzt ganz wichtig, möglichst professionell, gut und konstruktiv mit der Krise umzugehen“, mahnte Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Da die Daten nun öffentlich seien, werde der Hackerangriff Berlin wohl noch länger beschäftigen. Sie sprach sich gegen Schuldzuweisungen aus.

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Die Cyberattacke ist bereits zum Wahlkampfthema geworden. Grüne und Linke haben eine Aktuelle Stunde zum Thema „Versagen bei der IT-Sicherheit der Verwaltung, erneut miserables Krisenmanagement“ beantragt. Die FDP hat gar den Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) und der Innensenatorin Iris Spranger (SPD) gefordert.

Mit dpa