Die AfD liegt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit weitem Abstand vorn. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF holt die Partei mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund den ersten Platz. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze landet mit deutlichen Verlusten auf Platz zwei.
News zur Berlin-Wahl 2026
Die SPD konnte ihren Stimmenanteil in etwa halten. Ob das BSW in den Landtag einzieht, ist noch offen. Und während die Grünen deutliche Zugewinne verzeichnen, scheint die Linke Stimmen verloren zu haben. Nun gibt es erste Reaktionen auf die Prognosen aus der Berliner Landespolitik.
Nach Wahl in Sachsen-Anhalt: Linke-Spitzenkandidatin macht Berlinern Mut
So erklärte die Spitzenkandidatin der Linken: Elif Eralp: „Dieser Tag markiert einen historischen Bruch, doch der Kurs der Geschichte ist noch nicht gesetzt. Ich weiß, dass viele Menschen auch in Berlin heute Angst haben. Aber ich möchte ihnen allen sagen: Ihr seid nicht allein.“

Sie stehe für ein Berlin, in dem alle Menschen ein bezahlbares und sicheres Leben in Würde führen können, egal woher sie kommen, führte Eralp weiter aus und fügte hinzu: „Ich will die Hauptstadt zum Ort der Hoffnung und Solidarität machen. Ich bin die Antwort auf Sachsen-Anhalt.“
Auch interessant
Der Generalsekretär der Berliner CDU, Lukas Krieger, wählte drastische Worte: „Dass eine gesichert rechtsextreme Partei in einem deutschen Landtag so deutlich vorne liegt, ist eine Zäsur für unser Land.“ Sachsen-Anhalt sei zwar nicht Berlin, doch zeige dieses Ergebnis, was in zwei Wochen auf dem Spiel stehe. „Es geht um das freiheitlich-demokratische Fundament unserer Stadt. Es geht um die Frage von Stabilität und Handlungsfähigkeit im Interesse unseres Landes“, so Krieger.

Die CDU sei ein starkes Bollwerk gegen die AfD, die für alles stehe, was Berlin nicht sei. Eine Zusammenarbeit mit der in vielen Bundesländern mit dieser Partei schließt Krieger aus und warnt zudem vor der Linken. Diese sei „durchsetzt von Antisemitismus, Menschenverachtung, Verherrlichung von Gewalt und Polizistenhass“, meinte Krieger.
AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt bestärkt Kurs der Berliner AfD im Wahlkampf
Berlins AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker sieht ihre Partei nach der Wahl in Sachsen-Anhalt hingegen auf dem richtigen Kurs. „Das heutige Wahlergebnis beweist, dass ein politischer Weg abseits der verkrusteten Altparteien möglich ist“, so Brinker. „Viele Menschen, die mit den Verhältnissen unzufrieden sind, zögern nicht mehr und wählen die AfD. Sie wollen den politischen Wandel, eine grundsätzliche politische Wende. Wir spüren das auch im Berliner Wahlkampf.“
„Ulrich Siegmund und die sachsen-anhaltische AfD haben einen großartigen Wahlsieg errungen und ein Ergebnis erzielt, das der AfD noch vor kurzem niemand zugetraut hätte“, sagte Brinker, die in Berlin Landes- und Fraktionsvorsitzende ihrer Partei ist.
Auch interessant
Werner Graf, Spitzenkandidat der Berliner Grünen, meldete sich noch am Wahlabend aus Sachsen-Anhalt und zeigte sich schockiert und besorgt. Jedoch zeigten die Ergebnisse auch, dass sich die demokratische, vielfältige Zivilgesellschaft dem Rechtsextremismus entgegenstelle. Zudem sei erkennbar: „Wir Grüne sind der Safe Space der Demokratie. Wir Grüne sind das Gegenmodell zur AfD. Das haben die Menschen in Sachsen-Anhalt gespürt und deswegen für das historisch beste grüne Wahlergebnis im Land gesorgt. Grün ist die Hoffnung auf ein friedliches, ein buntes, ein solidarisches und ein demokratisches Zusammenleben“, argumentierte Graf.
Krach ruft CDU und Linke zu Schulterschluss gegen AfD auf
Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat CDU und Linke in Sachsen-Anhalt aufgefordert, sich gemeinsam gegen die AfD zu stellen. „Ich wünsche mir, dass CDU und Linke, die sich massiv bekämpfen, nicht nur hier in Berlin, sondern auch in Sachsen-Anhalt, sehen, wo der Gegner ist“, sagte Krach der Deutschen Presse-Agentur am Abend bei der Kundgebung „Krach gegen Nazis“ am Brandenburger Tor. „Und der Feind der Demokratie ist die AfD und keine andere Partei in Deutschland in diesem Ausmaße.“

„Deswegen hoffe ich, dass CDU und Linkspartei zur Vernunft kommen und miteinander sprechen“, sagte Krach. „Es sind sehr vernünftige Menschen dort, wie ich es in den letzten Wochen erlebt habe bei der Linkspartei in Sachsen-Anhalt.“ Er hoffe außerdem, dass es im Laufe des Abends nicht noch für eine absolute AfD-Mehrheit reiche.
jcst mit dpa







