Bei einer Wahlkampfveranstaltung der Linken Neukölln sollen am Samstagabend antisemitische Parolen gegen Israel und die israelische Armee gefallen sein. Für die Aussagen habe der Rapper Dahabflex gesorgt, der auf Einladung der Partei bei der Kundgebung aufgetreten sei. Das berichtet der „Tagesspiegel“.

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Kurz vor dem Ende der Veranstaltung habe der Musiker seinen Song „Stop the Genocide“ präsentiert. Darin sind wiederholt unter anderem die Zeilen „Yalla Yalla Intifada Westbank, Palästina, Gaza“ und „Death to the IDF“ zu hören. Die Aussagen wurden laut dem Bericht während des Auftritts mehrfach vorgetragen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat mittlerweile eine Strafanzeige gegen den Musiker bestätigt. Sie werde nun prüfen, ob ein Anfangsverdacht vorliege. Sollte das der Fall sein, könnte es zu strafrechtlichen Ermittlungen kommen. Es gelte die Unschuldsvermutung.

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Während des Songs tanzten dem Bericht zufolge zahlreiche Besucher vor der Bühne und sangen Teile des Textes mit. Eine Palästina-Flagge sei geschwenkt worden, einzelne Menschen hätten sich vermummt. Auch der Co-Vorsitzende der Linken Neukölln, Hermann Nehls, sei zu diesem Zeitpunkt vor Ort gewesen. Eine unmittelbare Distanzierung von den Parolen habe es von den anwesenden Vertretern der Partei nicht gegeben.

Elif Eralp: Linke-Spitzenkandidatin kritisiert Gewaltaufruf bei Wahlkampf-Auftritt

Die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp hat den Auftritt von Rapper Dahabflex sehr deutlich kritisiert. „Wie meine Parteivorsitzende Kerstin Wolter verurteile ich den Auftritt in Neukölln aufs Schärfste. Aufrufe zur Gewalt und zur Tötung von Menschen sind absolut inakzeptabel“, teilte Eralp der Deutschen Presse-Agentur mit. „Ich bin entsetzt, die Verantwortlichen hätten sofort intervenieren müssen.“

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Eralp erklärte weiter: „Der Bezirksverband Neukölln hat den Sänger eingeladen, ich erwarte, dass dort aufgeklärt wird, wie es zu so einer Grenzüberschreitung kommen konnte und dass es Konsequenzen gibt. Ich stehe klar für den Schutz von jüdischen Leben und gegen jede Form von Antisemitismus.“

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Parole erinnert an gewaltsame Aufstände

Die verwendete Parole „Yalla Yalla Intifada“ ist vor dem Hintergrund der Geschichte des Nahost-Konflikts besonders brisant. „Intifada“ bedeutet wörtlich etwa „Abschütteln“ und wird vor allem mit den beiden palästinensischen Aufständen gegen die israelische Besatzung von 1987 bis 1993 sowie von 2000 bis 2005 verbunden. Beide Konflikte waren von zahlreichen tödlichen Anschlägen und militärischen Auseinandersetzungen geprägt.

Auch die zweite Parole des Songs sorgt für Kritik. „Death to the IDF“ bedeutet übersetzt „Tod der israelischen Armee“ und richtet sich damit gegen die israelischen Streitkräfte.

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Kundgebung mit rund 1000 Besuchern

Der Auftritt fand im Rahmen der Veranstaltung „Wütend auf den Kapitalismus“ statt. Organisiert wurde die Kundgebung gemeinsam mit dem Theaterregisseur Volker Lösch. Neben Dahabflex trat unter anderem die Rapperin Antifuchs auf.

Nach Angaben der Partei kamen rund 1000 Menschen zu der Veranstaltung. Dahabflex ist wegen politischer Aussagen und seiner Texte umstritten. Laut Bericht äußerte er sich unter anderem positiv über die Palästinensische Front zur Befreiung Palästinas (PFLP).

Der Neuköllner Linken-Kreisverband steht bereits seit Längerem wegen seiner Positionen zum Nahostkonflikt in der Kritik.

„Unverzüglich Stellung beziehen“: DIG fordert Reaktion von Eralp

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Berlin und Brandenburg forderte am Sonntag eine Stellungnahme von Elif Eralp, der Spitzenkandidatin der Berliner Linken. Sollte Eralp schweigen oder sich nicht eindeutig von den Äußerungen distanzieren, wäre dies aus Sicht der DIG eine „Tolerierung von Gewaltaufrufen durch die Spitze der Berliner Linken“.

Cerstin Richter-Kotowski, Vorsitzende der DIG Berlin und Brandenburg, warnte zudem davor, dass sich solche Aufrufe nicht auf Israel beschränken könnten, sondern auch jüdisches Leben in Berlin treffen könnten. Eralp betreibe aus Sicht der DIG ein „doppeltes Spiel“, wenn sie sich im Wahlkampf gegen Antisemitismus positioniere, zugleich aber nicht gegen entsprechende Äußerungen aus dem Neuköllner Kreisverband vorgehe.

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Kritik wird auch aus der Berliner FDP laut. Christoph Meyer, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP Berlin für die Abgeordnetenhauswahl 2026, verlangt eine Prüfung der Berliner Linken durch den Verfassungsschutz. „Das Maß ist voll. Wer Antisemitismus duldet, Islamisten hofiert und Extremisten eine Wahlkampfbühne bietet, muss mit Konsequenzen rechnen“, erklärte Meyer. Er forderte den Berliner Verfassungsschutz auf, „unverzüglich zu prüfen, ob wieder Voraussetzungen für eine gezielte Beobachtung des Berliner Landesverbandes der Linkspartei vorliegen“. Gegen Extremismus müsse der Rechtsstaat „konsequent vorgehen – egal, von welcher Seite sie kommen“, so Meyer.