Die Liebe spielt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) seit mehr als einem Jahrzehnt eine zentrale Rolle. Seit dem Januar 2015 wirbt das Unternehmen mit dem Slogan „Weil wir dich lieben“. Eingeführt wurde er damals unter Verantwortung des heutigen BVG-Chefs Henrik Falk, der damals unter anderem für das Marketing zuständig war. Jetzt gibt es eine neue Kampagne, in der die BVG Berlin zur „echten Stadt der Liebe“ deklariert. „Unsere Idee war es, Anfang des Jahres, zu sagen: Wir wollen mehr als je zuvor Berlin feiern und alle Menschen von Berlin. Und zeigen, dass wir sie lieben“, erklärt Ineke Paulsen, die bei der BVG Geschäftseinheitsleiterin für Vertrieb und Marketing ist.

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Gezeigt werden Motive der Kampagne auf über 3000 Plakatwänden, etwa an U-Bahnhöfen und Bushaltestellen. Dazu kommen ein neuer Imagefilm sowie mehrere Kurzvideos für soziale Medien. In dem Film vergleicht die BVG Berlin mit Paris. Die französische Hauptstadt ist international als Stadt der Liebe bekannt. Das Verkehrsunternehmen will nun beweisen, warum Berlin diesen Titel verdient hätte. „Paris ist die klischeehafte Liebe, Berlin die wahre Liebe“, so Paulsen, für die es die erste große Kampagne ist, die sie bei der BVG von Beginn an begleitet hat.

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BVG: Neue Kampagne soll für gutes Miteinander werben

Dem „French Kiss“ wird dafür etwa der „Bruderkuss“ von Leonid Breschnew und Erich Honecker gegenübergestellt, wohl einer der bekanntesten Küsse der Welt. Und statt der Mona Lisa habe Berlin die Busfahrerin Mona, die für einen Fahrgast besonders lächele, schildert der Erzähler des Films, der zu dem Fazit kommt: „Für echte Liebe müsst ihr nicht nach Paris fahren, sondern einfach durch Berlin.“

Die Kampagne, die mit der Agentur Jung von Matt Hamburg entwickelt wurde, wird laut BVG voraussichtlich bis zum 10. September laufen. Wobei die Plakate auch noch später sichtbar bleiben sollen. Ziel sei es, mit der Kampagne zu mehr Aufmerksamkeit füreinander anzuregen, so die BVG. Weil es für ein gutes Miteinander nicht viel brauche, dieses aber viel bewirken könne.

Mehr zu den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG)

BVG gibt jährlich Millionen für Werbung aus

Die BVG ist bekannt dafür, immer wieder aufwendige Werbekampagnen zu entwickeln, die vor allem durch Humor punkten sollen. Wie teuer diese im Einzelnen sind, sagt das Unternehmen nicht. Das gilt auch für die aktuelle Kampagne. Wie aus dem Lage- und Wirtschaftsbericht der BVG hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr aber insgesamt gut 3,6 Millionen Euro für Werbung ausgegeben. 2024 waren es dem Bericht zufolge noch knapp 4,2 Millionen Euro. In den Jahren davor waren es sogar noch mehr als acht Millionen Euro. Die Ausgaben werden immer wieder kritisiert, weil die Millionen, so das Argument, auch anderweitig ausgegeben werden könnten. Nach Ansicht von BVG-Chef Henrik Falk ist das Geld aber gut investiert.

Neue Kampagne der BVG
Ein Plakat aus der neuen Kampagne der BVG, in der die Liebe im Mittelpunkt steht.© BVG | BVG

Er verwies am Montag auf eine Auswertung, wonach sich acht von zehn Jobinteressenten bei der BVG aufgrund der Marke beziehungsweise des Images bewerben. Die Bewerberzahlen sind insgesamt hoch: Nach Angaben des Unternehmens gibt es rund 30.000 Bewerbungen pro Jahr. In den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres habe es etwa 40 Interessenten pro Stellenausschreibung gegeben. „Wir brauchen neue Leute, die müssen bei uns bleiben und zum Unternehmen stehen“, so Falk. Dazu kann aus seiner Sicht das Marketing der BVG einen Beitrag leisten.

Auch beim großen Anliegen der Verkehrswende ist das Image des öffentlichen Nahverkehrs und der BVG laut Falk ein entscheidender Faktor. Denn eine Mobilitätswende gelinge nicht nur durch neue Technologien, sondern habe auch mit Lifestyle und Emotionen zu tun, so Falk. Die BVG müsse deshalb auch „ein bisschen cool“ sein.

In der Vergangenheit warb die BVG unter anderem mit einem Musical für sich

Die Liebe stand auch bei vergangenen Werbeaktionen des Verkehrsunternehmens schon im Mittelpunkt. Im Winter 2023 feierte etwa das BVG-Musical „Tarifzone Liebe“ Premiere. Die Tickets waren innerhalb eines Tages ausverkauft. Das Musical erzählte die Geschichte von Straßenbahn Tramara und Fahrgast Alexander, zwischen denen sich eine Liebesgeschichte entwickelt. Auch zum Leben erweckte U-Bahnen und Busse waren Teil des Stücks.

Die Vorstellung des neuen Sitzmusters, das seit Mitte 2023 in Bussen und Bahnen zu finden ist, wurde von einer offiziellen Streetwear-Kollektion begleitet. Dabei verkaufte die BVG verschiedene Kleidungsstücke mit dem Muster, das aus bunten Silhouetten besteht. Auch das Müllproblem verarbeitete die BVG in der Vergangenheit in einer Kampagne unter dem Motto „Müll ist keine Naturgewalt“. Das dazugehörige Video wurde auf Youtube 1,8 Millionen Mal aufgerufen.