Liebe Leserin, lieber Leser,

Was heute wichtig wird:

  • Berliner Grüne und Linke erklären den Bericht und ihr Sondervotum zum Untersuchungsausschuss Fördergeld zur Vergabe von Mitteln in der Senatskulturverwaltung.
  • Türkischer Bund Berlin-Brandenburg startet Kampagne zur Erhöhung der Wahlbeteiligung unter türkischstämmigen Bürgern.

Neues aus Berlin

Die Angreifer wussten offenbar, wo die Schwachstelle liegt: Berlins Verwaltung hat ein Computernetz, das nicht zusammenhängt und das wahrlich nicht überall auf dem neuesten Sicherheitsstandard ist. Die Hacker sollen einen Zugang in der Senatsverwaltung für Bauen gefunden haben. Dort gibt es ein Computersystem, das die Verwaltung selbst pflegt, nicht die Experten vom ITDZ, dem Dienstleistungszentrum des Landes.

Illustration Cyberkriminalität
Die Folgen des Hackerangriffs auf das Berliner Landesnetz sind noch nicht absehbar. © Sebastian Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow

Der Angriff zeigt die Strukturschwächen des Systems. Da ist zum einen die Technik: Ein Computersystem muss gewartet werden, muss stets auf dem höchsten Sicherheitsniveau sein, um Attacken abwehren zu können. Dafür braucht man vor allem Experten, die die Systeme überwachen und pflegen. Aber auch der Faktor Mensch spielt eine entscheidende Rolle. Mitarbeiter müssen regelmäßig geschult werden, um beispielsweise die Gefahr, die von unbekannten E-Mails ausgeht, zu erkennen. Beides ist wohl in der Senatsbauverwaltung nicht in ausreichendem Maße geschehen. Die Schäden und die Auswirkungen auf das gesamte Berliner Landesnetz sind noch unklar. Die betroffenen Verwaltungen sind nur per Telefon erreichbar, Anträge können online nicht bearbeitet werden. Meine Kollegen Helge Denker und Joachim Fahrun haben die wichtigsten Fakten zusammengetragen.

Ziel des nächsten Senats muss es sein, Berlins Landesnetz endlich ins 21. Jahrhundert zu transferieren. Das wird Geld kosten.

Aber Netzwerke sind die Nervenbahnen der modernen Gesellschaft. Werden sie attackiert, drohen Lähmungserscheinungen. Die nächste Probe steht unmittelbar bevor: Am Dienstag kam es auch zu Ausfällen bei der Beantragung von Briefwahlunterlagen. Es gab wohl eine Überlastung der Systeme.

Das ist eine Warnung: Die Wahl zum Abgeordnetenhaus könnte das nächste Ziel für Angriffe sein.

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Ich wünsche Ihnen einen schönen, angriffsfreien Mittwoch. Hoffentlich müssen Sie nicht zum Amt.

Ihr Gilbert Schomaker,

stellvertretender Chefredakteur.

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