Kai Wegner konnte nicht mehr. Der Druck von außen, aber auch von innen war zu groß. Er hat sich verstrickt in Unwahrheiten und Täuschungen rund um den großen Stromausfall im Januar im Südwesten Berlins. Selbst sein Beteuern, doch alles korrigiert zu haben, half ihm am Ende nicht weiter.

Kai Wegner: Eine Belastung für die Berliner CDU

Wegner wurde mehr und mehr zur Belastung für die Berliner CDU. Er zog die Partei mit seinem PR-Desaster mit herunter. Laut Umfrage ist die CDU zurzeit nur noch viertstärkste Kraft in Berlin. Kaum Chancen auf einen Wahlerfolg, dutzende Jobs in den Senatsverwaltungen, im Abgeordnetenhaus und in den Bezirken sind in Gefahr. Es droht nach nur drei Jahren ein totaler Machtverlust.

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Die SPD, ein möglicher Koalitionspartner nach der Wahl, signalisierte schon jetzt: Gespräche nach der Wahl gibt es vielleicht, aber nicht mehr mit Kai Wegner an der Spitze. Da blieb nur noch die Notbremse, der Rückzug von der Spitzenkandidatur. Wegner hat lange am Amt festgehalten, sodass das Amt selbst drohte, Schaden zu nehmen. Insofern ist der Rücktritt gut für die Demokratie, auch gut für Berlin.

Wie soll die CDU nun aus der Krise kommen?

Doch wie soll die CDU jetzt aus der Krise kommen? Möglicher neuer Spitzenkandidat ist Stefan Evers. Mit dem amtierenden Finanzsenator bleiben jetzt nur noch etwas mehr als zehn Wochen bis zum Wahltermin am 20. September. Die Union wird jetzt auf einen Alles-oder-Nichts-Wahlkampf setzen. Das Motto: Rettet das Rote Rathaus vor den Roten. Denn die Linkspartei liegt mit 20 Prozent vorn. Die Union wird versuchen, irgendwie die bürgerlichen Kräfte gegen einen Linksruck in der Stadt hinter sich zu bringen. Die einfachen Antworten von links und von rechts reichen nicht.

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In dem Rücktritt liegt auch eine Chance für die CDU, gute Antworten aus der Mitte zu liefern. Mit einem Kandidaten, der Vertrauen zurückgewinnen kann.