Liebe Leserin, lieber Leser,
was wird heute wichtig? Hier sind die Termine des Tages:
• Berlin vor dem Abflug: Der Flughafen Berlin Brandenburg bereitet sich auf den Beginn der Sommerferien in der kommenden Woche vor. Was Reisende am BER erwartet, erklärt Geschäftsführerin Aletta von Massenbach am Dienstag.
• Ein Bündnis aus Behindertenverbänden und Fußgängerorganisationen macht heute Druck gegen E-Scooter auf Berliner Gehwegen. Mit einem Fototermin mit Betroffenen am Breslauer Platz in Friedenau wollen sie auf die Gefährdung von Blinden, Sehbehinderten und Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. Was unsere Leser und Leserinnen davon halten, lesen Sie übrigens hier.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
• Finanzsenator Stefan Evers (CDU) will im Bundesrat Änderungen an der Grundsteuerregelung durchsetzen und stellt seine Initiative heute im Roten Rathaus vor.
Neues aus Berlin
Als ich am gestrigen Nachmittag unsere aktuelle Artikelproduktion durchsah, dachte ich zuerst, ich würde diesen Newsletter mit der prekären Situation der Berliner Krankenhäuser beginnen. Oder mit der Bedeutung von öffentlicher Kulturförderung für den Zusammenhalt der Stadt.
Dann aber entdeckte ich eine Reportage unseres Kollegen Hans Cord Hartmann. Er berichtete von einem Workshop an der Heinz-Brandt-Schule über Männlichkeitsbilder. Ein Stück, das mich sehr berührt hat. Schüler reflektieren in dem Seminar einen Tag lang, was es für sie bedeutet, ein Mann zu sein: Testosteron, proteinreiche Ernährung, hartes Krafttraining, reich sein, erfolgreich sein. Was 14- und 15-jährige Jungs eben beeindruckt, wenn sie auf Insta und YouTube unterwegs sind.
Über Gefühle zu reden, das wird an dem Tag klar, ist hingegen nicht das Erste, was den Jungs in den Kopf kommt, wenn sie über Männlichkeit nachdenken. Dabei ist ihre Lebensphase von großer Unsicherheit geprägt, von medialer und auch schulischer Überforderung, von bedrückenden politischen Rahmenbedingungen. Aber darüber zu reden? Vielleicht in Viertelsätzen, genuschelt zwischen Tür und Angel. Im Grunde, so dachte ich, hat sich immer noch nicht viel geändert. Oder es kippt gerade wieder zurück.
Der Workshop fand schon vor einiger Zeit statt. Durch Ereignisse der letzten Woche hat er plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen. Vergangene Woche wurde bekannt, dass zwei Zehntklässler der beliebten Sekundarschule sexualisierte Deepfake-Bilder von Mitschülerinnen erstellt haben. Die Schulleitung reagierte umgehend, behandelte das Thema offensiv, informierte Eltern und Öffentlichkeit, und sprach Sanktionen aus. Es scheint an der Schule ein großes Bewusstsein, eine echte Awareness, für das Thema zu geben.
In dem Workshop benutzen die Seminarleiter, darunter übrigens unser freier Mitarbeiter Nicolas Bruggaier, eine geschüttelte Colaflasche. Mit ihr symbolisieren sie, unter welchem Druck Jungs mitunter stehen. Jedem ist sofort klar: Wenn jetzt der Deckel zu schnell aufgeht, wenn irgendein belastendes Ereignis eintritt, dann quillt der Inhalt einfach unkontrolliert heraus. In solchen Momenten haben wir alle Glück, wenn Erwachsene bereitstehen, die klare Leitplanken setzen. Die aber auch zuhören können, die sich zur Verfügung stellen als Vorbilder im echten Leben. Ein wirklich tolles Projekt und ein lesenswerter Text.
Heute Abend lädt der Landeselternausschuss Berlin übrigens zu einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Berliner Bildung. Ab 18.30 Uhr treffen sich die bildungs- und finanzpolitischen Vertreter von CDU, SPD, Grünen und Linken im OSZ Kraftfahrzeugtechnik am Gierkeplatz 1–3 in Charlottenburg. Auf dem Podium sitzen Lars Bocian und Sandra Khalatbari für die CDU, Dr. Maja Lasic, Marcel Hopp und Martin Matz für die SPD, Louis Krüger und André Schulze für die Grünen sowie Franziska Brychcy für die Linke. Anmelden können Sie sich noch schnell hier.
Eine der zentralen Fragen des Abends: Wie gelingt guter Unterricht trotz knapper Kassen? Siehe oben.
Wie gefällt Ihnen dieser Newsletter? 👉 Jetzt an unserer kurzen Umfrage teilnehmen!
Außerdem wichtig
Und nun zu den Themen, die zweifellos auch wichtig sind: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist bei der WM schon in der ersten K.-o.-Runde gescheitert. Das DFB-Team unterlag Paraguay im Sechzehntelfinale in Foxborough mit 3:4 im Elfmeterschießen. Was für eine Enttäuschung für alle Fußball-Fans, die auch in Berlin in zahlreichen Biergärten wieder kollektiv mitfieberten.
Krankenkassen-Reform könnte Berlins Krankenhäuser 500 Millionen Euro kosten: Die Berliner Krankenhausgesellschaft erwartet durch das GKV‑Beitragsstabilisierungsgesetz bereits 2027 Einnahmeausfälle von 487 Millionen Euro. Sie warnt vor Insolvenzen, insbesondere kleiner Kliniken, berichtet Joachim Fahrun.
Ohne Kultur wäre Berlin ärmer – auch wirtschaftlich: Eine neue Studie des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung zeigt, dass jeder Euro öffentlicher Kulturförderung im Schnitt mehr als das Dreieinhalbfache an finanziellen Rückflüssen für die Stadt erzeugt. Erstmals wurden dazu die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und touristischen Effekte von 65 geförderten Einrichtungen systematisch erfasst. Andreas Abel kennt die Details.

Eine neue Altstadt mit engen Gassen und schmalen Häusern für Berlins Mitte: Nach jahrelanger Debatte stehen die Siegerentwürfe für 16 Gebäude rund um die nur fünf Meter breite Parochialgasse fest. Sie soll mit Natursteinfassaden, Bogengängen und teils zweigeschossigen Wohnungen die alte Stadtstruktur teilweise wiederaufleben lassen, berichtet Isabell Jürgens.
In eigener Sache: Seien Sie dabei beim CSD 2026! Wenn am 25. Juli der Christopher Street Day durch Berlin-Mitte zieht, lädt die Berliner Morgenpost 20 Leserinnen und Leser ein, gemeinsam mit einem Team unserer Redakteurinnen und Redakteure zwischen 12 und 15 Uhr auf die Straße zu gehen. Und dabei eine gute Zeit zu haben und ins Gespräch zu kommen. Ob Sie allein kommen, zu zweit oder als Familie – beim CSD ist jeder willkommen, der ein Zeichen setzen möchte: für Offenheit, Vielfalt und ein Berlin, das zusammenhält. Gemeinsam wollen wir zeigen: Berlin bleibt bunt! Wenn Sie Interesse haben, tragen Sie sich bis zum 2. Juli hier ein. Sollte es mehr Interessenten geben als Plätze, entscheidet das Los. Alle Details zum Ablauf erhalten Sie mit Ihrer Teilnahmebestätigung. Wir freuen uns auf Sie!
Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren, kühleren Dienstag
Ihre Heike Dietrich
Dieser Newsletter gefällt Ihnen? Empfehlen Sie ihn gern weiter.
Unsere Empfehlungen
Auch interessant
Lesen Sie auch










