Der Park an der East Side Gallery ist abends ein beliebter Treffpunkt. Die meisten Besucher genießen mit Getränken und Snacks am Ufer die Abendstimmung. Das Grillen ist dort, wie in den meisten Parks, verboten. Gelegentlich werden Menschen mit Einweggrills von Uniformierten zur Ordnung gerufen.

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So weit, so normal. Vor und hinter den abendlichen Besuchern wachsen allerdings seit Wochen immer mehr Zelte auf dem Grün an der Spree zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke. Bei diesen Mauer-Campern handelt es sich nicht um Schnäppchen-Touristen, sondern um Menschen, die nur das Zelt und die Dinge darin haben.  

Wildcampen in Berliner Parks: Zelte trotz Verbotsschildern aufgebaut

Wildcampen ist in Deutschland, wie so vieles, erst einmal grundsätzlich verboten. In vielen Berliner Parks stehen trotzdem Zelte, oft dezent in Gebüschen, irgendwie geduldet. Die Berliner Toleranz: Was nicht doppelt und ausdrücklich verboten ist, geht mehr oder weniger als erlaubt durch.

Das kann charmant sein. Wenn aufgestellte Regeln allerdings so prominent missachtet werden wie im East-Side-Park, wird es absurd: Im Park an der East Side Gallery haben die Camper ihre Zelte direkt neben dem Verbotsschild aufgebaut.

Regeln in der Stadt: Warum selektives Sanktionieren nicht funktioniert

Dazu kommt das nur selektive Sanktionieren: Grillverbot durchsetzen, aber Dauercamping tolerieren? Die Stadtgesellschaft funktioniert nur mit Regeln für alle. Schilder aufstellen allein regelt noch nichts. Sonst handelt jeder irgendwann nach seinen eigenen Nöten und Wünschen und man fragt sich: Wem gehört die Stadt? Nur den anderen, oder mir auch?

Ich zum Beispiel würde mir gern einen langjährigen Traum erfüllen: Mit ein paar Freunden an einem Sommerabend auf der Oberbaumbrücke grillen, mit Blick auf den Sonnenuntergang. Steht ja nicht einmal ein „Grillen verboten“-Schild da.