Die East Side Gallery ist eines der eindrucksvollsten Denkmäler Berlins – und zugleich die längste Open-Air-Galerie der Welt. Auf 1,3 Kilometern haben 1990 über 100 Künstler aus aller Welt ein Stück der ehemaligen Berliner Mauer bemalt – mit politischen Botschaften, persönlichen Erinnerungen und Appellen. Entstanden ist ein Kunstwerk unter freiem Himmel, das den Mauerfall nicht nur dokumentiert, sondern sichtbar feiert. Wer an dieser Sehenswürdigkeit entlanggeht, erlebt beim Flanieren Geschichte hautnah – und findet in direkter Nachbarschaft viele weitere Ausflugsziele.

East Side Gallery: Die wichtigsten Infos im Überblick

OrtEast Side Gallery
AdresseMühlenstraße, 10243 Berlin
AnreiseOstbahnhof, U-Bahnhof Warschauer Straße (U1, U3, U12)
Öffnungszeitenrund um die Uhr geöffnet
Eintrittkostenlos
Errichtet1,3 Kilometer

East Side Gallery: Ihre Geschichte im Steckbrief

  • 1989: Der Mauerfall am 9. November verändert Berlin – und die Welt. Schon kurz danach entstehen erste Ideen, Teile der Berliner Mauer als Denkmal zu erhalten.
  • 1990 (Februar–September): 118 Künstlerinnen und Künstler aus 21 Ländern bemalen einen 1,3 Kilometer langen Abschnitt der Mauer an der Mühlenstraße in Friedrichshain – zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke. Die East Side Gallery entsteht als Open-Air-Galerie auf der Ostseite der ehemaligen Grenze.
  • 1991: Die Galerie wird offiziell unter Denkmalschutz gestellt – als Mahnmal gegen die Diktatur und als Symbol der Wiedervereinigung.
  • 2000er-Jahre: Verfall, Vandalismus und Abrisspläne bedrohen die Galerie. Restaurierungen und Proteste folgen. Die Bemalung wird mehrfach erneuert, teils von den Originalkünstlern.
  • Heute: Mit rund drei Millionen Besucherinnen und Besuchern pro Jahr ist die East Side Gallery eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Berlins
Besucher an der East Side Gallery.
Besucher an der East Side Gallery.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

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Welche Bedeutung hat die East Side Gallery?

Die East Side Gallery ist weit mehr als ein bunt bemalter Mauerstreifen – sie ist ein weltweit einzigartiges Denkmal für Freiheit, Veränderung und den friedlichen Umbruch in Europa. Entstanden 1990, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, wurde sie zur längsten Open-Air-Galerie der Welt.

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Die bemalten Betonplatten spiegeln die Hoffnungen, Ängste und Visionen jener Zeit. Sie erinnern daran, dass eine Grenze Menschen voneinander trennen, aber auch wieder überwunden werden kann. Die Galerie steht für den demokratischen Neuanfang, für künstlerischen Protest und für die Kraft der Bilder – mitten in einer Stadt, die einst geteilt war. Bis heute gilt sie als kultureller Treffpunkt, Mahnmal gegen das Vergessen und touristischer Fixpunkt in der Berliner Erinnerungslandschaft.

Passanten genießen die Frühlingssonne an der East Side Gallery.
Passanten genießen die Frühlingssonne an der East Side Gallery.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Die bekanntesten Kunstwerke der East Side Gallery

  • „Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“ – Dmitri Vrubel
  • „Test the Best“/„Test the Rest“ – Birgit Kinder
  • „Vaterland“ – Günther Schaefer
  • „Hommage an die junge Generation“
  • „Es geschah im November“ – Kani Alavi
  • „Curriculum Vitae“ – Susanne Kunjappu-Jellinek
  • „Der Mauerspringer“ – Gabriel Heimler
  • „Doin it cool for the East Side“ – Jim Avignon
  • „Diversion to the Japanese sector“ – Thomas Klingenstein
  • „Amour, Paix-Sagesse“ – Andreas Paulun & Hervé Morlay
Der „Bruderkuss“ an der East Side Gallery.
Der „Bruderkuss“ an der East Side Gallery.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Fun Facts zur East Side Gallery

  1. Das berühmteste Motiv wurde geklaut: Das wohl bekannteste Bild der Galerie, der „Bruderkuss“ zwischen Breschnew und Honecker, wurde von Dmitri Vrubel gemalt. Als sein Motiv ohne Erlaubnis auf T-Shirts landete, zog er vor Gericht – und gewann. Mauerbilder sind also urheberrechtlich geschützt
  2. Nicht alle Kunstwerke wurden akzeptiert: Ursprünglich hatten sich über 200 Künstler gemeldet, aber nur 118 durften 1990 tatsächlich auf die Mauer malen. Die Auswahl wurde kuratiert – die Galerie war von Anfang an mehr als nur eine freie Sprayfläche.
  3. Die Galerie stand mehrfach vor dem Abriss: Trotz Denkmalschutz wurden 2013 Teile der Mauer für ein Luxuswohnprojekt entfernt. Nach massiven Protesten und internationalen Schlagzeilen wurde der Abriss gestoppt – und der Wert des Denkmals erneut in Erinnerung gerufen.

East Side Gallery als Ausflugsziel

Direkt an der Spree gelegen, lässt sich der Besuch der East Side Gallery perfekt mit einem Spaziergang am Wasser, einer Bootstour oder einem Abstecher ins benachbarte Kreuzberg oder Friedrichshain verbinden.

Der Trabi gehört zu den beliebtesten Motiven entlang der East Side Gallery.
Der Trabi gehört zu den beliebtesten Motiven entlang der East Side Gallery.© FUNKE Foto Services | Joerg Krauthoefer

Highlights sind weltberühmte Motive wie der „Bruderkuss“ oder die durchbrechende Trabi-Collage – sie gehören zu den meistfotografierten Orten der Stadt. Tafeln entlang der Galerie liefern Infos zu den einzelnen Werken, zur Geschichte der Mauer und zu ihrer künstlerischen Bedeutung.

In der Nähe warten Strandbars, Cafés, das Areal der Uber Arena mit seinen zahlreiche Restaurants sowie die Oberbaumbrücke – eines der ikonischsten Fotomotive Berlins. Wer tiefer eintauchen will, besucht das benachbarte „Futurium der Mauer“ oder bucht eine geführte Tour. Der Besuch ist rund um die Uhr kostenfrei möglich – ideal für spontane Entdecker.

Ein Besuch der East Side Gallery lässt sich wunderbar verbinden mit einem Spaziergang über die Oberbaumbrücke von Friedrichshain nach Kreuzberg.
Ein Besuch der East Side Gallery lässt sich wunderbar verbinden mit einem Spaziergang über die Oberbaumbrücke von Friedrichshain nach Kreuzberg.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

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