„Hände hoch!“, ruft ein Polizeibeamter den Personen in der Fahrerkabine des Transporters zu. Mit gezogener Pistole öffnet er die Beifahrer-Tür und fordert die beiden Insassen auf, auszusteigen. „Ran ans Auto!“ Die beiden Personen sind folgsam und stellen sich mit erhobenen Händen an die Seite des Fahrzeugs.

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Am Freitagmorgen wurden eine Aktivistin und ein Aktivist der Gruppe „Peacefully Against Genocide“ (zu Deutsch: Friedlich gegen Völkermord) vor dem Rheinmetallwerk in Wedding von Sicherheitskräften an einer Protestaktion gehindert. Die Szene wurde in einem Video, das im Netz kursiert, festgehalten. Die Polizei bestätigte den Vorfall der Berliner Morgenpost, konnte bislang jedoch nicht sagen, warum ein Polizist offensichtlich eine Waffe zückte.

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Protestgruppe will Munitionsfabrik im Juli lahmlegen

„Zum dritten Mal in einem Monat haben Menschen sich entschlossen, mit gewaltfreiem zivilen Widerstand mit ihrem Körper die Waffenfabrik zu blockieren, diesmal mithilfe von einem Transporter“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gruppe. Hintergrund ist die geplante Produktion von Munition in dem ehemaligen Autozuliefererbetrieb. Die Aktivistinnen und Aktivisten kritisieren, dass die Waffen an Israel geliefert werden und „damit zur Fortführung des Völkermords in Palästina“ beigetragen werde.

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Der Vorwurf, dass Israel einen Genozid in Gaza verüben würde, wird seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 kontrovers diskutiert. 2023 hat Südafrika ein Verfahren gegen Israel wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Völkermordkonvention vor dem Internationalen Strafgerichtshof eingeleitet. Während die israelische Regierung den Vorwurf zurückweist, sprechen sogar israelische Nichtregierungsorganisationen von Völkermord.

Protestaktion vor Rheinmeteall-Fabrik
Eine Aktivistin und ein Aktivist vor dem Rheinmetall-Gelände. © privat | Privat

Die Munitionsfabrik in Wedding steht immer wieder im Visier von Aktivistinnen und Aktivisten. Zuletzt wurde die Zufahrt auf dem Rheinmetall-Gelände blockiert. Personen klebten sich laut Polizei auf den Boden.

Die Gruppe „Peacefully Against Genocide“ fordert den Rheinmetall-Vorstand auf, die Pläne für die Munitionsherstellung, die bald starten soll, zu beenden. Sie kündigt weitere Aktionen in Zusammenarbeit mit anderen Bündnissen im Juli an. „Vom 8. bis zum 15. Juli werden wir im Wedding zusammen kommen und diese Fabrik mit unserem Mut und unserer Entschlossenheit lahmlegen”, erklärt ein Gruppenmitglied.