Am Donnerstag hat die 10. Berlin Design Week begonnen, die bis Sonntag geht. Über 90 Teilnehmer aus Berlin und dem Rest der Welt zeigen an 40 Orten in der Hauptstadt ihre Design-Innovationen aus Mode-, Architektur- und Produktdesign – und das vier Tage lang. Das diesjährige „Highland-Land“ ist Guatemala. Der Main Hub des Events befindet sich im M60 am Halleschen Ufer 60 in Kreuzberg. Weitere Showrooms, Ateliers und Veranstaltungsorte befinden sich in der City West, Mitte, Kreuzberg und Schöneberg. Im neuen Tylko Space in der Gipsstraße 2 findet am Sonntag ein kostenloser „Kid‘s Day“ unter dem Motto: „Design kennt kein Alter“ statt. Workshops starten um 12 und 15 Uhr. Hier ist eine Anmeldung bis 29. Mai erbeten.

Am Samstag findet zwischen 15 und 20 Uhr der „Design & Science Slam“ statt, eine Art Wissens-Battle. Der Designpreis Brandenburg empfängt dabei den Sächsischen Staatspreis für Design. Das Format schaut dorthin, „wo Forschung und Gestaltung interdisziplinär zusammenfinden: in Materialien, Verfahren, Produkten und Systemen“, heißt es in der Vorankündigung. Vier Teams aus jeweils einem brandenburgischen und einem sächsischen Projekt stehen sich zu einem gemeinsamen Thema gegenüber. Das Publikum entscheidet mit, wessen Argumente am besten überzeugen

Für Designinteressierte und Fachbesucher
Das Angebot der Design Week richtet sich sowohl an designinteressierte Berliner als auch an Fachbesucher. „Berliner Design-Büros zeigen ihre Arbeiten, aber auch internationale Gäste stellen hier aus“, fasst es Initiatorin Alexandra Klatt zusammen. Was es zu entdecken gibt, ist äußerst vielfältig und hat nicht nur mit Schönheit zu tun, sondern auch viel mit Geopolitik, Nachhaltigkeit und dem Klimawandel. Das nachhaltige Bauen mit Wolle wird ebenso vorgestellt wie „Design in Wartime“: Urb Refugium aus Wien zeigt Schutzraumentwürfe für Hitze und Krieg. Die Polytechnische Nationaluniversität Lviv zeigt, wie man eine Salzmine als Schutzraum umfunktionieren kann. Andere Exponate zeigen, was man aus Orangenschalen oder Wolle zaubern kann.

Weil das Angebot der Berlin Design Week so groß ist, bieten vier kuratierte Touren die Möglichkeit, sich zu orientieren: Die kostenlosen „Berlin Design Nights Touren“ finden ohne Tourguide statt, bieten aber Inspiration und einen guten Kompass für die Angebote. Am Donnerstag kann man bis Mitternacht vier kuratierte Touren unternehmen, die sich unterschiedlichen Themen widmen. Alle Lagepläne und Details sind auf der Website zu finden. Man kann sich auf den Touren quasi vom eigenen Handy führen lassen.

Vier der 12 Touren:
- Tour Kreuzberg Nord: Zwischen Nachwuchsdesign, Handwerk und kreativen Begegnungen.
- Tour City-West: Hier befinden sich die meisten Standorte der Berlin Design Week. Die Tour bietet sechs Stationen zwischen internationalem Designhandel, Interior-Studios und einer goldenen Abschlussparty.
- Sondertour: Ein Blick hinter die Kulissen im Mykita-Haus, der Brillenmanufaktur des Designers Moritz Krüger. Im Berliner Hauptsitz vereint das Unternehmen Design, Entwicklung und Fertigung unter einem Dach.
- Lehre & Next Generation Tour: Wer wissen möchte, welche Themen die nächste Generation von Gestaltern bewegt, findet in dieser Tour zahlreiche Impulse. Hochschulen, Studios und experimentelle Formate.

Insgesamt gibt es 12 Touren. Am Freitag findet von 15 bis 20 Uhr die Konferenz „The Berlin Format: Design Real“ statt, die sich inhaltlich an Fachbesucher richtet; Tickets kosten 79 Euro. Die meisten Veranstaltungen sind jedoch komplett kostenlos und stehen jedem Designliebhaber offen.
Toleranz-Poster, Kindertag und mehr
Eine der Ausstellungen im Hub M60 zeigt die „Tolerance Poster Show“. Der bosnische Designer Mirko Ilić aus New York versammelt darin über 60 Designs von Kollegen über das universelle Thema Toleranz.

Die Berlin Design Week fand 2016 zum ersten Mal statt. Initiatorin Alexandra Klatt: „Berlin ist ja eine Kreativ-Hauptstadt. Wir haben hier ein wahnsinniges Potenzial an Designern, Architekten und Gestaltern.“ Berlin ist bis jetzt Deutschlands einzige UNESCO City of Design. Das UNESCO-Netzwerk der Kreativstädte (UCCN) hebt Städte hervor, die nachhaltige Designpraktiken, Kreativwirtschaften und Innovationen bei der Stadtentwicklung sichtbar im öffentlichen Raum vorantreiben.
10. Berlin Design Week: 40 verschiedene Orte zeigen Design-Innovationen aus Architektur, Mode und Produktdesign. Main Hub M60, Hallesches Ufer 60, Kreuzberg.



