Das Tempelhofer Feld gehört zu den umstrittensten Themen der Berliner Politik. Seit Jahren wird über Wohnungen auf dem ehemaligen Flughafengelände debattiert – nun verschärft die CDU den Ton und macht daraus eine Machtfrage. Für Fraktionschef Dirk Stettner ist eine Randbebauung ein wesentlicher Punkt in möglichen Koalitionsverhandlungen nach der Wahl im September. „Wir wollen in jedem Fall eine Randbebauung des Areals mit dringend benötigten Wohnungen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Das wäre für mich eine Bedingung eines Koalitionsvertrages.“

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Stettner weiter: „Wir möchten, dass am Tempelhofer Feld Wohnraum geschaffen wird, und gleichzeitig der Kern dieses einzigartigen Geländes als Platz für Freizeit, Kultur, individuelles und gemeinschaftliches Erleben erhalten bleibt.“ Das gelte auch für die Naturräume auf dem Feld. „Aber rundherum passen 20.000, auch 30.000 Wohnungen. Die brauchen wir dringend. Und das werden wir auch betreiben.“

Eine Architektengruppe hatte am Mittwoch einen Projektentwurf für den Bau von rund 21.000 Wohnungen auf einem Drittel des Tempelhofer Feldes vorgestellt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte am Freitag, Finanzsenator Stefan Evers (CDU) werde die Finanzierbarkeit prüfen. „Das Land Berlin könnte dieses Projekt selbst entwickeln“, sagte Wegner.

Neue Umfrage zum Tempelhofer Feld mit überraschendem Ergebnis
Vor zwölf Jahren, am 25. Mai 2014, hatte ein Volksentscheid ergeben, dass der ehemalige Flughafen nicht bebaut werden darf. Seitdem ist über das Thema immer wieder diskutiert worden.
Eine am vergangenen Mittwoch veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag der Industrie- und Handelskammer Berlin ergab, dass eine Mehrheit von 59 Prozent eine „maßvolle Bebauung am Rand des Tempelhofer Feldes zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum“ befürwortet.
CDU-Fraktionschef hält keinen neuen Volksentscheid für nötig
CDU-Fraktionschef Stettner bezeichnete den Projektentwurf der Architektengruppe als gute Grundlage. „Das kann ich mir gut vorstellen“, sagte er. Allerdings werde über Details wie die Geschosshöhe noch zu diskutieren sein. „Da werden wir auch sicherlich verschiedene Varianten der Bevölkerung vorstellen zur Frage, wie bebaut werden könnte. Aber das Ob ist für die CDU glasklar. Wir wollen die Randbebauung des Tempelhofer Feldes.“
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Einen neuen Volksentscheid dazu hält Stettner nicht für nötig. „Die beste Volksbefragung ist die Wahl am 20. September. Und dann haben wir auch ein klares Votum.“ Danach sei es Aufgabe des Parlaments, 12 oder 13 Jahre nach dem Volksentscheid 2014 eine neue Situation auch neu zu bewerten. „Und dann wird das Gesetz entsprechend angepasst.“
dpa




