Der Nachwuchs- und Fachkräftemangel bei der Berliner Polizei hat einen kritischen Punkt erreicht. In diesem Jahr konnten von den 180 Ausbildungsplätzen der Schutzpolizei gerade einmal 40 Prozent besetzt werden, beim mittleren Dienst waren es knapp 60 Prozent. 2025 wurde für insgesamt ein Viertel der Stellen kein geeigneter Bewerber gefunden. Die meisten fielen im vergangenen Jahr beim obligatorischen Computertest durch – davon ganze 80 Prozent wegen mangelnder Deutschkenntnisse.

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Doch wie schwer ist es überhaupt, bei der Berliner Polizei angenommen zu werden? Was müssen Interessenten können und leisten? Was sind Grundvoraussetzungen, Lerninhalte, verpflichtende Termine und zu beachtende Fristen? Die Berliner Morgenpost bietet einen Überblick zu den wichtigsten Fragen.

Polizist werden in Berlin: Grundvoraussetzungen und Bewerbungsfristen

Die Polizei Berlin nimmt grundsätzlich ganzjährig Bewerbungen über ihr Online-Portal entgegen. Einstellungen erfolgen zweimal jährlich, meist zum März (Frühjahr) und September (Herbst). Allgemeine Voraussetzungen sind eine Fahrerlaubnis der Klasse 3 (Erhalt bis spätestens zum Ende der regulären Studienzeit nachzuweisen) und das deutsche Schwimmabzeichen mindestens in Bronze (nicht älter als 36 Monate bei Ausbildungsbeginn).

Für den gehobenen Dienst der Schutz- und Kriminalpolizei benötigt man zum Zeitpunkt der Einstellung mindestens die Fachhochschulreife beziehungsweise das Abitur. Für den mittleren Dienst in der Schutzpolizei braucht es mindestens einen Hauptschulabschluss oder eine abgeschlossene (mindestens zweijährige) Berufsausbildung und eine mindestens zweijährige hauptberufliche Tätigkeit.

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Die Berliner Polizei hat 2025 erneut ihr Höchstalter für Berufseinsteiger angehoben. Bewerberinnen und Bewerber für Stellen bei der Polizei können nunmehr 40 (mittlerer Dienst bei der Schutzpolizei) beziehungsweise 41 Jahre (gehobener Dienst bei Schutz- oder Kriminalpolizei) alt sein, um ihre Karriere bei der Sicherheitsbehörde zu starten.

Onlinebewerbung und Onlinetest

Benötigt wird eine E-Mail-Adresse, ein Internetzugang und eine Handynummer. Nachdem der Bewerbungsbogen abgeschickt ist, prüft das Einstellungsbüro der Polizei Angaben im Hinblick auf die formalen Einstellungsvoraussetzungen (siehe oben). Wenn diese erfüllt sind, kommt eine Einladung zu einem ersten Onlinetest per E-Mail. Diese Prüfung, die von zuhause aus absolviert werden kann, dient als Mittel der Vorauswahl und bietet einen Vorgeschmack auf den längeren PC-Test (siehe unten).

Wenn der Onlinetest (circa 30 Minuten) bestanden ist, erhält man per E-Mail eine Einladung zum PC- und Sporttest, für den man selbstständig einen Termin buchen muss. Ab dann startet parallel auch die Leumundsprüfung durch die Behörde. In dieser wird der Bewerber oder die Bewerberin auf Vorstrafen, Ordnungswidrigkeiten, Ermittlungsverfahren und Schulden abgeklopft, auch potenzielle Verstöße gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung werden unter die Lupe genommen.

PC-Test

Der knapp vierstündige PC-Test findet in der Direktion Zentraler Service (Keibelstraße 36, 10178 Berlin) statt. Es ist ein Intelligenz- und Persönlichkeitsstrukturtest (Teamfähigkeit, Kommunikationsverhalten, Zuverlässigkeit) und ein Deutschtest: Diktat, Lückentext und Multiple-Choice-Aufgaben (Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung) müssen absolviert werden. Außerdem ein Test zu Politik, Geografie, Geschichte und Gesellschaft, in dem Allgemeinwissen und interkulturelles Wissen, aber auch logisches Denken, Konzentration, Erinnerungsvermögen und Merkfähigkeit abgefragt werden.

Das Ergebnis liegt unmittelbar nach dem PC-Test vor. Sofern man bestanden hat, geht es danach direkt weiter zum Sporttest auf das Gelände der Polizeiakademie an der Charlottenburger Chaussee 67. Viele scheitern allerdings bereits hier. Denn falls man den Mindestwert des PC-Tests nicht erreicht hat, wird man auch für das weitere Auswahlverfahren nicht mehr berücksichtigt.

Wie schwer ist der Deutschtest der Berliner Polizei wirklich?

Anwärter der Berliner Polizei müssen einen umfangreichen Leumundtest bestehen.
Anwärter der Berliner Polizei müssen einen umfangreichen Leumundtest bestehen. © dpa | Caroline Bock

Falls man nur das Deutschdiktat nicht bestanden hat, erhält man noch einmal die Möglichkeit, das Diktat mit einem anderen Text an einem anderen Tag zu wiederholen. Bewerbern, die den Aufnahmetest bestanden, aber schwache Deutschkenntnisse haben, werden bis dahin freiwillige Nachhilfekurse angeboten.

Andere Bundesländer fordern hingegen nur Lückentexte in ihren Deutschtests. Berlin will sich diesem Niveau allerdings nicht anpassen. In der Ausbildung müsse der Polizeinachwuchs „komplexe Gesetzesmaterien“ lernen, heißt es als Begründung.

Aber ist der Deutschtest wirklich so schwer? Auf eine Anfrage der AfD schreibt die Senatsinnenverwaltung dazu: „Geprüft werden die Deutschkenntnisse der Bewerbenden in den Bereichen Rechtschreibung und Grammatik und deren sichere Anwendung.“ Dazu gehörten Groß- und Kleinschreibung, Zeichensetzung, Getrennt- und Zusammenschreibung von Wörtern, Pluralbildung, Zeitformen und Relativpronomen. „Der Test zielt auf die Erfassung von Kenntnissen ab, die in allen Bundesländern in Lehrplänen verankert sind und deren Beherrschung mit dem Abschluss der 10. Klassenstufe vorausgesetzt werden kann“, heißt es.

Sporttest

Das sind die Inhalt des Sporttests der Berliner Polizei:

- insgesamt fünf Runden in der Halle rennen

- zwei Sprünge auf einen kleinen Kasten

- Schieben und Ziehen eines Wagens

- einen zehn Kilogramm schweren Kanister 40 Meter weit tragen

- Bauchlage-Kastensprung-Rückenlage (insgesamt dreimal Bauchlage, dreimal Rückenlage)

- Eskaladierwand (1,80 Meter) überwinden (gegebenenfalls mit Hilfe eines kleinen Kastens)

- unter einer auf zwei Turnbänken liegenden Matte hindurchgleiten

- einen großen Reifen (65 Kilogramm) zweimal kippen

- Transport einer Rettungspuppe, die 35 Kilogramm schwer ist

- mehrmals ein Hamburger Gitter überwinden

Der Test muss in folgender Zeit absolviert werden:

Frauen: höchstens 4:00 Minuten

Männer: höchstens 3:23 Minuten

Ab einem Alter von 30 Jahren:

Frauen: höchstens 4:05 Minuten

Männer: höchstens 3:26 Minuten

Wer nicht besteht, hat einen weiteren Versuch an einem anderen Tag.

Ärztliche Untersuchung

Die polizeiärztliche Untersuchung sowie das Bewerbungsgespräch finden an demselben Tag statt (Radelandstr. 21, 13589 Berlin). Zur Untersuchung der gesundheitlichen Eignung gehören unter anderem: Sehtest (Hinweis: Sollte eine Sehhilfe erforderlich sein, bring bitte die Brille mit und trage keine Kontaktlinsen), Hörtest, Feststellung der Körpermaße, Belastungs-EKG (auf dem Fahrrad sechs Minuten), Blutprobe und Urinprobe. Die Untersuchung erfolgt durch eine Polizeiärztin oder einen Polizeiarzt. 

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Bewerbungsgespräch

Das Gespräch wird von zwei speziell geschulten Polizistinnen beziehungsweise Polizisten geführt und dauert circa 50 Minuten. Der Inhalt des Gesprächs ist vertraulich. „Sie fühlen einem auf den Zahn“, heißt es dazu lapidar aus Polizeikreisen.

Abschlussvorstellung

Ganz am Ende des Prozesses steht eine Abschlussvorstellung beim Polizeiärztlichen Dienst einen Tag vor der Einstellung in der Radelandstraße. Dabei werden auch psychologische Fragen besprochen.