Der Nachwuchsmangel bei der Berliner Polizei hält unvermindert an. Das geht aus den aktuellen Einstellungszahlen kurz vor Semesterbeginn am 1. April hervor, die die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Dienstag veröffentlichte. Demnach konnten die 120 Stellen des gehobenen Dienstes in der Kriminalpolizei zwar mit geeigneten Bewerbern besetzt werden. Bei den 180 Stellen der Schutzpolizei waren es zwei Wochen vor Semesterbeginn mit 72 aber gerade einmal 40 Prozent. Vor zwei Wochen begrüßte die Polizei Berlin außerdem 189 Nachwuchskräfte im mittleren Dienst, 312 wären möglich gewesen.

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So werde schon zu Beginn ein Drittel der dringend benötigten Nachwuchskräfte, mitunter ein ganzer Polizeiabschnitt, hergeschenkt, kritisiert die Gewerkschaft in einer Mitteilung. Zur Einordnung: Im Frühjahr 2025 konnten nur 237 von 312 im mittleren Dienst und 199 von 300 im gehobenen Dienst besetzt werden.

Polizei Berlin: Hohe Abbrecherquote in Ausbildung und Studium

„Egal, wie schön wir das reden, egal, wie wir die Statistik mit polizeiinternen Aufsteigern kaschieren, es ist und bleibt ein Desaster“, sagt der GdP-Landesvize Thorsten Schleheider. „Als GdP problematisieren wir die viel zu geringen Einstellungszahlen seit Jahren, aber anscheinend hat Berlins Politik die Dimensionen noch immer nicht verstanden.“ Zu den niedrigen Bewerberzahlen komme nämlich noch eine hohe Dropout-Quote im Verlauf von Ausbildung und Studium, so Schleheider. Es reiche eben keinesfalls aus, nur Stellen im Haushalt zu hinterlegen, wenn gleichzeitig die Rahmenbedingungen nicht stimmten.

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Immer weniger Menschen für immer mehr Aufgaben

„Aus dem politischen Raum höre ich, wenn überhaupt, Generationen-Bashing oder Resignation vor dem Arbeitnehmermarkt“, kritisiert der Gewerkschafter. „Ich erwarte, dass sich das gesamte Abgeordnetenhaus jetzt endlich mal dazu aufschwingt, um mit uns über die Kernaufgaben von Polizei in dieser Stadt zu sprechen.“ Der Personalkörper werde weniger, auch weil immer mehr Menschen in den Ruhestand gingen. Eben ohne, dass der benötigte Nachwuchs nachrücke, um die stetig wachsende Aufgabenlast zu stemmen. „Das liegt auch daran, dass wir in Bruchbuden arbeiten, mit Dreckskarren durch die Gegend fahren und es weiterhin nicht die Rückendeckung aus der Politik gibt, die wir brauchen“, so Schleheider.

Tausende Bewerber bei der Polizei Berlin fallen durch Deutschtest

Die Polizei reagierte zuletzt durchaus kreativ, um dem Nachwuchsmangel zu begegnen. So hob sie im vergangenen März die Altersgrenze für Berufseinsteiger auf 41 Jahre und stieß eine Reform an, die erfahrene Polizeibeamte vom Schreibtisch zurück auf die Straße bringen soll. Seit diesem Jahr soll ein Zentrum für Berufsethik und Reflexion Anwärtern außerdem dabei helfen, mit dramatischen Situationen umzugehen. Allerdings hat die Behörde nur begrenzt Einfluss auf die tatsächlichen Einstellungen. So scheitern weiterhin Tausende Bewerber bereits am benötigten Deutschtest.

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