• Das Wahlprogramm der Linken bei der Berlin-Wahl 2026: Spitzenkandidatin Elif Eralp setzt sich für eine Senkung der Mieten ein
  • In der Bildungspolitik will sie die Gemeinschaftsschulen stärken
  • Das Sozialticket für den Berliner Nahverkehr soll wieder 9 Euro kosten

Es kommt sehr selten vor, aber Kai Wegner (CDU) und Elif Eralp (Linke) sind sich im März 2026 in einem grundlegenden Punkt tatsächlich einig: Der Regierende Bürgermeister und die Spitzenkandidatin der Linken meinen beide, dass sie bei der Berlin-Wahl 2026 am 20. September der Hauptgegner des jeweils anderen seien.

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Mittlerweile ist klar: Zur direkten Konfrontation zwischen Wegner und Eralp wird es nicht kommen. Der Senatschef hat seine Spitzenkandidatur zurückgezogen, Stefan Evers übernimmt. An der inhaltlichen Auseinandersetzung ändert dies indes nichts.

Elif Eralp sagt im März, sie trete an für eine Politik, die die Interessen jener ins Zentrum stelle, die die Stadt am Laufen halten. Diese Menschen kämen kaum noch über die Runden. Die Mieten und Lebensmittelpreise würden steigen und die Kinderarmut zunehmen. „Berlin bezahlbar machen“ lautet entsprechend der zentrale Wahlkampf-Slogan der Linken.

Elif Eralp (Linke) kündigt Sofortprogramm für Mieterschutz an

Schwerpunkt des Wahlprogramms ist der Einsatz für eine Senkung der Mieten. Die Linke bietet schon länger einen kostenlosen Mietwucher-Rechner an. Über 100.000 Menschen hätten ihn inzwischen genutzt, sagte Eralp. 70 Prozent der angezeigten Mieten seien 70 Prozent zu hoch gewesen. Bei einer Absenkung auf die ortsübliche Vergleichsmiete würden die Mieter 260 Millionen Euro im Jahr zurückbekommen.

„Der Mieterschutz scheitert nicht an Ideen, sondern an mangelndem politischen Willen“, sagte die Kandidatin. Für den Fall einer Regierungsübernahme kündigte sie ein Sofortprogramm mit einem Mietendeckel und einem Räumungsstopp bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen an. Außerdem soll ein Landesamt für Mieterschutz gegründet werden. Es soll gegen überhöhte Mieten vorgehen, geltende Regeln durchsetzen und Mietern zu ihrem Recht verhelfen. 

Der Mieterschutz scheitert nicht an Ideen, sondern an mangelndem politischen Willen.

Elif Eralp (Linke)

Dem Senat warf sie vor, nicht genügend für den Mieterschutz zu tun. Von „Klientelpolitik“ sprach sie auch im Bildungsbereich. Gymnasien und Privatschulen würden gefördert, bei Gemeinschaftsschulen hingegen gekürzt. Und das, obwohl Letztgenannte die Bildungschancen nachweislich von der sozialen Herkunft entkoppeln würden. Eralp kündigt an, die Zahl der Gemeinschaftsschulen in den kommenden fünf Jahren zu verdoppeln. Außerdem will sie in der nächsten Landesregierung dafür sorgen, dass es künftig an jeder Schule einen Schulpsychologen gibt.

Linke will Stopp der Preissteigerung ab 2028 im ÖPNV

Für den Verkehrsbereich kündigte die Linke an, dass die Ticketpreise, sollte man die Regierung übernehmen, im ÖPNV spätestens ab 2028 nicht weiter steigen. Der Preis für das Sozialticket soll wieder auf 9 Euro gesenkt werden. So viel hatte das Ticket für Sozialleistungsempfänger bis April des vergangenen Jahres gekostet. Dann stiegen die Preise zunächst auf 19 Euro und mit dem Jahreswechsel erneut auf 27,50 Euro.

Wer einen Berlin-Pass habe – unter anderem Bürgergeld- und Sozialhilfeempfänger – soll das Deutschlandticket künftig kostenlos erhalten. Für Senioren soll das regulär 63 Euro teure Ticket vergünstigt angeboten werden. Die S-Bahn wollen die Linken zurück in Landeshand überführen. Wie viel das kosten würde, sagte die Landesvorsitzende Kerstin Wolter allerdings nicht.

Die Linke stellt Wahlprogramm für Berlin vor
Elif Eralp (Mitte) zusammen mit Maximilian Schirmer (links) und Kerstin Wolter (rechts), den Berliner Landesvorsitzenden der Linken, bei der Vorstellung des Wahlprogramms für Berlin. © Bernd von Jutrczenka/dpa | Bernd von Jutrczenka

Die Liste der, so Eralp, „vielen, tollen Ideen“, mit denen die Linke in den Wahlkampf geht, ist damit aber noch nicht abgeschlossen. So will die Partei außerdem den eintrittsfreien Museumssonntag wieder einführen, den Schwarz-Rot im Zuge der Haushaltseinsparungen gestrichen hatte. Schüler bis 18 Jahre sollen kostenlos die Berliner Bäderbetriebe besuchen dürfen.

Die kritischen Fragen nach der Finanzierung vonseiten der politischen Konkurrenz scheint die Linke bereits vorauszuahnen. Um die Einnahmen zu erhöhen, hat die Partei bereits in der Vergangenheit angekündigt, die Grunderwerbssteuer um 0,5 Prozent auf das Brandenburger Niveau (6,5 Prozent) anzuheben. 200 Millionen Euro pro Jahr soll zusätzlich eine Steuer auf den Kauf von Luxusvillen in die klammen Landeskassen spülen. Als Luxusvillen würden Immobilien gelten, die für mehr als vier Millionen Euro verkauft würden. Genauere Pläne hierzu will die Linke noch vorlegen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Forderungen der Linken tatsächlich zu finanzieren, muss sich erst noch zeigen. Eralp versichert, ihr Programm sei durchgerechnet und umsetzbar.

„Wir wollen das Gegenmodell zu der unsozialen und spaltenden Politik von Schwarz-Rot hier in Berlin und von Schwarz-Rot im Bund sein“, gab sie die Richtung für die kommenden Monate vor.