Berlin soll von den Schwaben lernen. Zwei Tage, nachdem der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), bessere Schutzanzüge für die dortige Landespolizei ankündigte, fordert die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) den Berliner Senat auf, nachzuziehen. „Wir sind die Messer-Hauptstadt des Landes und dennoch hat sich in Sachen des von uns vehement eingeforderten Stichschutzes in den letzten Jahren rein gar nichts getan“, kritisiert GdP-Landeschef Stephan Weh. „Wer sich nicht privat mit entsprechender Ausstattung für Hals und Hände versorgt, ist Messerangreifern ziemlich offen ausgesetzt.“

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Die neuen Einsatzanzüge, Jacken und Hosen im Süden haben hingegen schnitthemmende Einsätze und bestehen vor allem auch aus funktionaleren Outdoor-Stoffen. Denn schon länger würden sich Berlins Polizeibeamte an den festen Uniformbestandteilen in leuchtendem Gelb stören, heißt es von der GdP. Der aktuelle Look mache die Einsatzkräfte angesichts der latenten Bedrohung durch organisierte Kriminalität und Terrorismus zu sichtbaren Zielscheiben.

Polizeigewerkschaft: Sicherheit wichtiger als Sichtbarkeit

„Ja, wir wollen sichtbar sein, und in Spezialdienststellen wie zum Beispiel der Abteilung Verkehr ist das sehr sinnvoll, aber zahlreiche Polizeien in unserem Land zeigen uns, dass wir das bei allem politischen Wunsch nicht generell so handhaben müssen“, so Weh. Die Sicherheit der Einsatzkräfte sei wichtiger als übertriebene Sichtbarkeit, findet der Gewerkschafter.

Gerade in Berlin müssen Polizisten vor Messerattacken geschützt werden

Noch wichtiger aber sei der Schutz vor Messerattacken. „Kein Kollege wird im täglichen Dienst dauerhaft einen Stichschutzschal tragen, aber einen solchen, Schnittschutz-Handschuhe und stichschutzhemmende Elemente für besonders gefährdete Körperbereiche brauchen Polizistinnen und Polizisten nirgendwo mehr als in Berlin“, sagt Weh. Allein im ersten Halbjahr 2025 erfasste die Berliner Polizei 1598 Straftaten mit Messern. Im gesamten Jahr 2024 waren es 3412.

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