Liebe Leserin, lieber Leser,
soll Berlin die Weltausstellung 2035 ausrichten? Über diese Frage gibt es heiße Diskussionen, auch in unserer Redaktion. Die Befürworter verweisen auf eine Prognose von Wirtschaftsprüfern, wonach die Expo bis zu 22 Milliarden Euro zusätzliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für Deutschland generieren könnte. Die Gegner erinnern an die Expo von Hannover im Jahr 2000, die genau solche Verheißungen weit verfehlte. Polemiker wie ich schließlich merken an, dass Berlin schon im Kleinen nichts hinkriegt. Wie soll es dann im Großen klappen?

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Die Berlinerinnen und Berliner jedenfalls sind ebenfalls nicht überzeugt. Knapp die Hälfte ist nicht dafür, dass die Hauptstadt sich gemeinsam mit Brandenburg um die Ausrichtung bewerben sollte. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Berliner Morgenpost: Demnach sind 46 Prozent der Befragten gegen eine Bewerbung, 35 Prozent sind dafür, 19 Prozent sind unentschieden.
Vielleicht hat die Politik ja ihren Anteil an der Unentschlossenheit? Innensenatorin Iris Spranger (SPD) gab noch im November des vergangenen Jahres die Losung „Olympische Spiele ja, Expo nein“ aus – und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) stimmte ihr darin zunächst zu, bis er schließlich umschwenkte, weil er ein „großes Potenzial“ entdeckt hatte. Den Bericht meines Kollegen Hans Cord Hartmann finden Sie hier.
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