Die Pläne für eine Weltausstellung 2035 stoßen in Berlin auf Skepsis. Knapp die Hälfte der Berliner ist nicht dafür, dass die Hauptstadt sich gemeinsam mit Brandenburg um die Ausrichtung bewerben sollte. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Berliner Morgenpost. 46 Prozent der Befragten sind demnach gegen eine Bewerbung. 35 Prozent der Befragten sind dafür. 19 Prozent der Befragten sind unentschieden.
Die Daten basieren auf sogenannten Small-Area-Methoden. 2000 Bürger aus Berlin und Brandenburg wurden im Zeitraum zwischen dem 30. Januar und dem 15. Februar online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers.
Berlin: Ablehnung der Expo fällt etwas geringer aus als Ablehnung von Olympia
Mit 46 Prozent fällt die Ablehnung der Expo 2035 weniger deutlich aus als die Ablehnung der Bewerbung für Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 in vergangenen Umfragen. Der Berliner Senat will sich nach langen Diskussionen dennoch um die Ausrichtung beider Großveranstaltungen bewerben.
Dabei galt zunächst die Devise, dass man sich nur auf eine der beiden Großveranstaltungen bewerben werde. Die Priorität war dabei von Beginn an klar. Iris Spranger (SPD), Senatorin für Inneres und Sport, wurde besonders deutlich: „Olympische Spiele ja, Expo nein“, sagte sie noch im November des vergangenen Jahres. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat eine ähnliche Priorität. Es sah deshalb lange so aus, als würde Berlin sich nicht für die Weltausstellung bewerben, um damit – so ein Argument des Senats – nicht die Chancen für die Olympia-Bewerbung zu schmälern.
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Doch dann schwenkte Wegner um. Auf einem IHK-Kongress im Januar sagte er, die Expo biete „großes Potenzial“. Um sie zu veranstalten, benötige man aber eine große zusammenhängende Fläche wie den Flughafen Schönefeld und deshalb auch eine enge Zusammenarbeit mit Brandenburg.
In Brandenburg ist die Ablehnung der Expo noch deutlicher
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte auf diese Ankündigung zunächst zurückhaltend reagiert. Und auch bei den Brandenburgern fällt die Unterstützung für die Expo gering aus. Die Ablehnung ist sogar noch größer als in Berlin, wie aus den Civey-Daten hervorgeht: 53 Prozent der befragten Brandenburger sind gegen eine Bewerbung für die Weltausstellung, 26 Prozent dafür und 21 Prozent unentschieden.

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In Berlin befürworten vor allem die SPD und die Grünen eine Bewerbung für die Expo 2035. Die Wirtschaft erhofft sich von der Ausrichtung der Großveranstaltung einen Innovationsbooster für die schwächelnde Konjunktur und die Stadtentwicklung. Senatsintern hatte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) früh darauf gedrängt, sich nicht nur für Olympia, sondern auch für die Expo zu bewerben. Aus Paris, wo das Bureau International des Expositions die Bewerbungen für eine Weltausstellung sichtet, war schon länger zu hören, dass die Chancen für eine europäische Bewerbung hoch wären.
Neuen Schwung hat die Diskussion um die Expo bekommen, als der US-amerikanische Präsident Donald Trump im Januar bekannt gab, sich mit Miami um die Ausrichtung der Weltausstellung im Jahr 2035 bewerben zu wollen. In Berlin rechnen die Expo-Planer mit 22 Milliarden Euro zusätzlichem Wachstum für Deutschland und mehr als drei Milliarden Euro an Infrastrukturmitteln für den Ausbau des ÖPNV. Während des halbjährlichen Großevents würden bis zu 30 Millionen Besucher in Berlin erwartet werden.








