Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat vor Wirtschaftsvertretern seine Unterstützung für die Pläne signalisiert, die Expo 2035 nach Berlin zu holen. Bei einem Kongress der Industrie- und Handelskammer (IHK) bekräftigte Wegner zwar, dass seine Priorität weiterhin auf der Bewerbung für Olympische Spiele liege. „Wir brauchen aber auch weitere Großevents“, sagte er.

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„Auch die Expo bietet großes Potenzial.“ Das Konzept des Teams um Daniel-Jan Girl habe ihn „überzeugt“, sogar „begeistert“. Um die Expo zu veranstalten, benötige man eine große zusammenhängende Fläche, wie den Flughafen Schönefeld, und deshalb auch eine enge Zusammenarbeit mit Brandenburg. „Ich glaube fest daran, dass Berlin Großevents kann“, sagte Wegner.

Ministerpräsident von Brandenburg muss noch von der Idee überzeugt werden

Die Expo in der Flughafenregion zu veranstalten, biete viele Möglichkeiten. Die Verlängerung der U7, die Ostbahn Richtung Polen und die Entwicklung der Flughafenregion selbst – „eine Riesenchance“ für die Metropolregion.

Gemeinsame Kabinettssitzung der Länder Berlin und Brandenburg in Potsdam zur neuen RBB-Staatsvertrag
Dietmar Woidke (SPD) und Kai Wegner (CDU). Wegner sieht große Chancen für die Metropolregion Berlin-Brandenburg durch eine Expo. Offenbar muss davon nur noch sein brandenburgischer Amtskollege überzeugt werden. © Florian Boillot | Florian Boillot

Der Eindruck, den Wegner bei der IHK-Tagung erweckte, war: Nur noch Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, muss überzeugt werden. Eigentlich habe er schon einen konkreten Termin für ein Gespräch in der brandenburgischen Staatskanzlei nennen wollen. Den gebe es noch nicht, der Austausch mit seinem Amtskollegen sei aber „intensiv“, so Wegner.

Girl, der Aufsichtsratsvorsitzende der Expo 2035 Belin GmbH, zeigte sich gegenüber der Berliner Morgenpost erfreut. Er begrüße Wegners „Bekenntnis“, sagte er. „Die Bundesregierung braucht jetzt das klare Signal aus der Bundeshauptstadt, damit sich Deutschland in den kommenden Monaten bewerben kann.“

Olympia hat weiterhin Priorität – dennoch ändert Wegner seine Position

Klar ist: Wegners Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf den Olympischen Spielen. Sie seien mehr als ein Investitionsbooster, Olympia könne wie keine andere Großveranstaltung eine Geschichte der Freiheit, der Demokratie und des gesellschaftlichen Zusammenhalts erzählen. Neu ist: Aus der Bewerbung für Olympia folgt nicht mehr direkt ein Verzicht auf die Bewerbung für die Expo. Das war die bisherige Position des Senats, vor allem der Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Dahinter steckte die Annahme, dass sich Berlin, um seine Chancen für Olympia zu steigern, nur für diese eine Großveranstaltung bewerben sollte.

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Im Berliner Senat war es Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD), die seit ihrem Besuch der Weltausstellung im japanischen Osaka im vergangenen Jahr für eine Expo 2035 in Berlin geworben hatte. Auch eine Austragung im Raum Berlin-Brandenburg hatte Giffey bereits ins Spiel gebracht, so etwa im Interview mit der Berliner Morgenpost im Dezember des vergangenen Jahres. „Ich würde mir wünschen, dass wir in Kooperation mit Brandenburg eine gemeinsame Erzählung entwickeln können“, sagte sie damals.

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Der Hauptstadt werden, falls sie sich bewirbt, gute Chancen zugerechnet, den Zuschlag zu bekommen. Nach Austragungen in Asien ist das Expo-Büro in Paris offenbar gewillt, die Weltausstellung in Europa stattfinden zu lassen. Andere europäische Bewerbungen liegen momentan nicht vor. Vor einer Woche hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, die Expo 2035 nach Miami holen zu wollen. Daraufhin meldeten sich die Unterstützer aus Wirtschaft, der SPD und den Grünen und forderten ein Umdenken des Senats.