Die Olympischen Spiele gelten als eines der größten und wichtigsten Sportereignisse der Welt. Alle vier Jahre finden die Sommerspiele statt – immer in einem anderen Land. Eine Bewerbung als Austragungsort muss früh eingereicht werden. Berlin will sich nun für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Aber wie finden das eigentlich die Berliner selbst? Haben sie Lust auf mehrere Wochen Sportspektakel in der eigenen Stadt? Eine exklusive Civey-Umfrage im Auftrag der Berliner Morgenpost zeigt eine klare Antwort.
Berlins Olympiabewerbung – mehr zum Thema:
Rund 1500 Berlinerinnen und Berliner ab 18 Jahren wurden gefragt: „Wie würden Sie es bewerten, wenn sich Berlin um die Austragung der Olympischen Sommerspiele bewerben würde?“ Die Umfrage fand vom 27. Mai bis 10. Juni statt und ist nach Angaben des Anbieters Civey repräsentativ. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Berliner findet eine Olympia-Bewerbung negativ. Nur 32 Prozent der Befragten gaben an, dass eine Berliner Bewerbung positiv sei. Zwölf Prozent waren unentschieden.
Olympia in Berlin: Was das Ergebnis für eine Volksinitiative bedeuten könnte
Die größte Zustimmung gab es in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Die 40- bis 49-Jährigen lehnen die Bewerbung am häufigsten ab. Bei den weiblichen Umfrage-Teilnehmern fiel die Entscheidung etwas negativer aus als bei den männlichen: Während nur 24 Prozent der befragten Frauen für eine Bewerbung stimmten, waren es bei den Männern immerhin 39 Prozent.
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Das Ergebnis dürfte besonders für die Mitglieder der Volksinitiative: „NOlympia Berlin“ interessant sein. Die Initiative hatte kürzlich angekündigt, ein Volksbegehren gegen die Austragung der Olympischen Spiele in Berlin zu starten. Das Ziel: Die Berliner Bevölkerung mit Ja oder Nein über die Bewerbung abstimmen lassen. Man gehe davon aus, dass die Mehrheit der Berliner gegen die Austragung sei. Das sagte Uwe Hiksch, Landesgeschäftsführer der Naturfreunde dieser Redaktion Ende Mai. Die Ergebnisse der Civey-Umfrage könnte die Initiative als Bestätigung für ihr Unterfangen deuten.

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Wann die Initiative das Volksbegehren starten möchte, ist bislang nicht bekannt. Der Landessportbund Berlin reagierte bereits darauf: Man plane ebenfalls eine Volksinitiative – pro Olympia.
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Berlin bewirbt sich nicht allein
Ende Mai hatten der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Sportsenatorin Iris Spranger ihre Bewerbung „Berlin Plus“ für die Olympischen Spiele offiziell vorgestellt. Berlin bewirbt sich als „Ankerstadt“ gemeinsam mit anderen Städten: Neben Berlin sollen Wegner zufolge auch Wettkämpfe in Kiel, Rostock, Leipzig und Brandenburg an der Havel stattfinden. Berlin und die vier Städte konkurrieren in Deutschland mit München, Hamburg und dem Ruhrgebiet darum, Austragungsort zu werden.
Die Pläne des Senats: Das Olympische Dorf könnte neben dem Messegelände auf früheren Bahnflächen zwischen den S-Bahnhöfen Westkreuz und Grunewald errichtet werden, Wettkämpfe sollen möglichst in bereits bestehenden Stadien und Anlagen stattfinden und könnten direkt in der Stadt ausgetragen werden. Es handelt sich allerdings noch um ein erstes Konzept, das dem Senat zufolge noch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund besprochen werden müsse. Dieser will im Herbst 2026 über eine deutsche Bewerbung entscheiden.





