Auf den verheerendsten Stromausfall seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs will der Berliner Senat auch betont niedrigschwellig reagieren. Mit der Anwendung „KatHelfer“ von T-Systems soll eine bundesweit einzigartige App als eine Art digitales Schwarzes Brett an den Start gehen. Das gab die Senatsinnenverwaltung am Mittwoch bekannt. Nutzer können auf „KatHelfer“ ihre Fähigkeiten angeben, die im Falle einer Katastrophe oder einer Großschadenslage von Nutzen sein könnten.

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Konkret kann ein Freiwilliger sich etwa in der Maske „Starke Arme“ eintragen. Damit würde er bei einer entsprechenden Schadenslage in seiner Nähe infrage kommen, wenn aufgrund einer Überflutung etwa Sandsäcke zu tragen sind. Wird hier Hilfe benötigt, wird der Freiwillige den Katastrophenschutz-Behörden in einem festgelegten Radius angezeigt. Dann kann er direkt angepiepst werden, sollte ein Bedarf an freiwilligen Hilfskräften bestehen.
Nutzer der Katastrophenschutz-App sind nicht zur Hilfe verpflichtet
Verpflichtet, den Auftrag anzunehmen, ist der „KatHelfer“-Nutzer aber nicht. Das bleibt die Entscheidung des Einzelnen. Je nach Angaben könnte er auch als Dolmetscher fungieren, seine Wohnung für Betroffene anbieten oder nach dem Wohlbefinden älterer Menschen in Stromausfallgebieten sehen.
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Hilfsbereitschaft in Steglitz-Zehlendorf wurde gelobt
„Die App soll Hilfe zur Selbsthilfe geben“, heißt es aus der Senatsinnenverwaltung. Nach dem Anschlag auf das Stromnetz Anfang Januar in Steglitz-Zehlendorf war besonders die Hilfsbereitschaft und die Rücksichtnahme vieler Menschen vor Ort gelobt worden. Ein Schwarzes Brett im Rathaus Zehlendorf wurde zum Symbol nachbarschaftlicher Unterstützung. Diese Art des Bürgerengagements will man nun mit „KatHelfer“ digitalisieren.
Ähnliches System wird schon bei der „KatRetter“-App genutzt
Neu ist die Idee nicht. Die bundesweit von der Feuerwehr genutzte App „KatRetter“ läuft ganz ähnlich. 10.000 Berlinerinnen und Berliner jeden Alters haben sie sich schon auf ihr Handy heruntergeladen und sich dadurch als Ersthelfer registriert.
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Das System funktioniert folgendermaßen: Erfasst die Leitstelle der Feuerwehr einen Verdacht auf Herz-Kreislauf-Stillstand, dann stößt die App für alle Ersthelfer in der Nähe des Ereignisses ein piependes Geräusch aus. In der Innenstadt beträgt der Radius 500 Meter, in den Außenbezirken einen Kilometer. Die Idee dahinter: Nachbarn können im eigenen Kiez in Sekundenschnelle aktiv werden und somit im Zweifelsfall direkt neben der eigenen Wohnungstür durch Erste Hilfe und Herzdruckmassagen Menschenleben retten.
Katastrophenschutz-App muss nicht extra aufs Handy geladen werden
Das Besondere an „KatHelfer“: Die Anwendung muss nicht extra im App-Store heruntergeladen werden, sondern funktioniert über bereits installierte Messenger-Dienste wie Whatsapp, Telegram oder Signal. Wann genau die App an den Start gehen soll, ist allerdings unklar. Zunächst soll eine Pilotphase angesetzt werden. Derzeit wird „KatHelfer“ noch in der Innenverwaltung getestet.
Am Mittwoch verständigte sich Innensenatorin Iris Spranger (SPD) mit den zwölf Bezirksbürgermeistern darauf, die bezirklichen Strukturen im Katastrophenschutz zu vereinheitlichen. Konkret geht es um die Einsetzung von Krisenstäben, eine klare Krisenkommunikation und Meldeketten. Außerdem soll für einheitliche Technik und Operationspläne in den sogenannten Katastrophenschutz-Leuchttürmen in den Bezirken gesorgt werden.








