Franziska Giffey hat den Kampf um eine Expo in Berlin noch nicht aufgegeben. Zwar haben der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Giffeys SPD-Parteigenossin und Sportsenatorin Iris Spranger einer Bewerbung um die Weltausstellung 2035 eine Absage erteilt, um den vollen Fokus auf Berlins Olympiabewerbung zu legen. Aber für Giffey ist dazu das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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Am Wochenende postete sie diese Botschaft auf ihrem Instagramm-Account. Und am Dienstag nach der Senatssitzung legte sie nach, während Kai Wegner neben ihr saß und zuvor die Entscheidung gegen eine Expo bekräftigt hatte. Aber Giffey hat nichts zu verlieren, wurde darum deutlich: „Ich würde mir sehr wünschen, dass wir alle Chancen, die unsere Stadt hat und bekommt, auch ausnutzen“, sagte sie mit Blick auf eine sehr aussichtsreiche Expo-Bewerbung.

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Sie kämpft weiter für eine Berliner Expo-Bewerbung. Ihr Besuch bei der Weltausstellung in Osaka hat Franziska Giffey endgültig von dem Format überzeugt.© Hans Cord Hartmann | Hans Cord Hartmann

„Wir sollten uns zutrauen, dass eine Vier-Millionen-Metropole sich in 15 Jahren zwei Großprojekte vornehmen kann“, sagte die Sozialdemokratin, die zwischen 2021 und 2023 Wegners Vorgängerin im Roten Rathaus war. „Der wirtschaftliche Effekt wäre immens“, stellte Giffey fest. Die Beratungsfirma PWC hat für ganz Deutschland einen zusätzlichen Wachstumseffekt durch die Expo von 22 Milliarden Euro errechnet.

Wegner: „Ich empfange eindeutige Signale: Ihr müsst euch auf Olympia fokussieren“

Giffey räumte aber ein, dass der Regierende Bürgermeister die Entscheidung treffe. Wegner reagierte: Er traue Berlin „fast alles zu.“ Aber es gehe nicht darum, „was wir uns zutrauen“, so der Christdemokrat : „Wenn wir im Bewerbungsprozess erfolgreich sein wollen, ist entscheidend, was der Deutsche Olympische Sportbund und das Internationale Olympische Komitee dazu sagen.“ Er empfange eindeutige Signale. „Wenn ihr euch nicht fokussiert, werdet ihr die Spiele nicht bekommen“., sagte Wegner. Die nationalen Mitbewerber München, Hamburg und Rhein-Ruhr „fokussieren sich“, auf die Olympiabewerbung. Seine Position sei die „Mehrheitsmeinung des Berliner Senats“.

Wegner hat offenbar nicht die Absicht, etwas für die Aussichten auf eine Expo zu tun. Wenn kommende Woche der Generalsekretär des Bureau International des Expositions in Berlin weilt, wird ihn der Regierende „aus Termingründen“ nicht treffen. Giffey ist jedoch mit Dimitri Kerkentzes verabredet. Sie setzt weiter darauf, einen Weg für eine Berliner Expo-Bewerbung zu öffnen.

Die Expo-Macher wollen nun die Bewerbungsphase komplett privat bezahlen

Die Expo-Macher, zu denen 500 institutionelle und private Mitglieder des Unterstützungsvereins Global Goals und 25 Beschäftigte der Expo GmbH zählen, sind ebenfalls noch nicht gewillt, ihr Projekt aufzugeben. Nun wollen sie auf die ursprünglich einkalkulierte finanzielle Unterstützung über 2,5 Millionen Euro von Land und Bund für die Bewerbungsphase verzichten. Stattdessen wollen sie die nötigen 7,5 Millionen Euro komplett von Sponsoren einwerben. Ein Teil der Infrastruktur für eine Expo werde auch für Olympia benötigt.

Sie hoffen, dass sie dann wenigstens die ideelle Unterstützung zunächst des Landes und dann auch des Bundes bekommen. Denn bewerben muss sich die Bundesrepublik Deutschland. Anders als Olympia ist die Weltausstellung eine Veranstaltung, die zwischen Staaten vergeben wird. Berlins Wirtschaft ist in der Bewerbungsfrage gespalten. Manche folgen der Linie Wegners, andere unterstützen die Doppelstrategie Giffeys.