Berlin will die Olympischen Sommerspiele 2036 oder 2040 in die Hauptstadt holen. Allerdings bewerben sich auch drei andere Städte beziehungsweise Regionen: München, Hamburg und die Rhein-Ruhr-Region. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird sich bis zum Herbst 2026 entscheiden, welcher der vier Bewerber der finale deutsche Kandidat sein wird. Bis Ende Mai haben die Bewerber Zeit, ihre Konzepte für eine Austragung der Spiele einzureichen.

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Am weitesten nach vorne geprescht ist bislang München: Bereits vor rund einer Woche hat die bayerische Landeshauptstadt ihr Konzept vorgestellt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) trat dabei gewohnt selbstbewusst auf und konnte sich auch eine kleine Spitze in Richtung Berlin nicht verkneifen. Man habe in München nicht nur eine gute Infrastruktur, sondern auch einen super Flughafen, das habe nicht jeder Bewerber, sagte Söder.

Das steht im Münchener Konzept für Olympischen Spiele

Ein vom DOSB vorgegebenes zentrales Kriterium für jede Bewerbung ist die Nachhaltigkeit. München will deshalb bei einer möglichen Austragung überwiegend die Sportstätten von 1972 (damals wurden zuletzt Olympische Spiele in der bayerischen Landeshauptstadt ausgetragen) nutzen. Für das Olympische Dorf sollen im Stadtteil Daglfing 4000 neue Wohneinheiten entstehen, die nach den Spielen weitergenutzt werden können. Für Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wäre das ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Wohnraummangel.

Sitzung des bayerischen Kabinetts
Dieter Reiter (l-r, SPD), Oberbürgermeister von München, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Joachim Herrmann (CSU), Staatsminister des Innern, für Sport und Integration stehen bei der Vorstellung der Münchener Olympia-Bewerbung im Zuschauerbereich des Olympiastadion. © Peter Kneffel/dpa | Peter Kneffel

Durch den Ausbau einer U-Bahnlinie soll das Olympische Dorf außerdem gut angebunden werden. Der Bau zweier weiterer S-Bahn-Stammstrecken soll sich zudem durch Zuschüsse beschleunigen, hofft Reiter. Die Kosten für die Bewerbung beziffert er auf sieben bis acht Millionen Euro. Die Münchener sollen Ende Oktober über die Ideen abstimmen können. Das ging in der Vergangenheit schon einmal nicht gut aus. Münchens Bewerbung haftet der Makel an, dass sich die Bevölkerung 2013 gegen die Ausrichtung der Winterspiele 2022 ausgesprochen hat. Auch in Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen ist damit zu rechnen, dass die Bürgerinnen und Bürger befragt werden, ob sie für oder gegen eine Ausrichtung der Spiele sind.

Hamburg setzt auf Förderung der Sportbegeisterung in der Bevölkerung

Neben der Nachhaltigkeit ist die Stärkung des Breiten- und Freizeitsports ein weiteres zentrales Kriterium, das der DOSB bei seiner finalen Entscheidung für einen deutschen Kandidaten berücksichtigen wird. Hamburg dürfte auf diesen Aspekt einen Schwerpunkt seiner Bewerbung legen. Seit 2016 fördert die Hansestadt mit ihrer sogenannten Active-City-Strategie Sport und Bewegung in der Bevölkerung.

Ansonsten heißt es von einem Sprecher der Sportbehörde: „Unser Sportstättenkonzept passt sich sehr gut in die Stadtgeografie ein“, man setze dabei insbesondere auf vorhandene und temporäre Sportstätten. „Hamburg ist schon heute bei vielen Sportevents wie dem Marathon oder dem Ironman die eigentliche Arena und das werden wir auch für Olympia nutzen.“

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Konkreter will man sich aber in Hamburg nicht äußern, noch bedeckter hält sich Nordrhein-Westfalen. Die Senats- bzw. Staatskanzleien beider Länder verwiesen auf Nachfrage der Berliner Morgenpost darauf, dass man vor der offiziellen Vorstellung der eigenen Konzepte noch keine detaillierteren Angaben machen könne. NRW stellt sein Konzept am 28. März, Hamburg seines am 31. März vor.