Berlins Polizei will nicht locker lassen, um die seit Wochen grassierende Schusswaffengewalt in der Hauptstadt einzudämmen. Die getroffenen Maßnahmen würden so lange durchgeführt, „bis dieses Ziel“ erreicht ist, versicherte Innenstaatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) am Montag im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. In durchgeführten Razzien seien bisher unter anderem neun Pistolen und ein Maschinengewehr sichergestellt worden, so Hochgrebe weiter: „Die Botschaft ist klar: Wir dulden keine bewaffneten Auseinandersetzungen.“

In den vergangenen Wochen häuften sich die Schussabgaben in Berlin. Schutzgelderpressungen sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen die häufigste Ursache für derartige Schüsse auf offener Straße. Erst am Freitagabend wurden zwei Personen im Alter von 29 und 28 Jahren bei einem Schusswechsel in Lichtenberg vor einem Dönerladen verletzt, einer davon schwer. Am Samstag fing sich ein 34-Jähriger im Kreuzberger Böcklerpark eine Kugel in den Oberschenkel ein.

Kampf gegen Waffengewalt in Berlin: Spezialisten sind rund um die Uhr im Einsatz

Wie zuletzt von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel angekündigt, sind uniformierte Polizisten und Spezialisten aus dem Landeskriminalamt im „mittleren dreistelligen Bereich“ mit der Eindämmung der Eskalation befasst. Polizeivizepräsident Marco Langer betonte am Montag, dass dabei nicht nur bestimmte Gruppen der organisierten Kriminalität im Fokus stünden, sondern „stadtweite Phänomene“. Die Kolleginnen und Kollegen seien rund um die Uhr im Einsatz.

„Wir sehen seit längerer Zeit wieder verstärkte Rivalitäten im Bereich der organisierten Kriminalität und eine wachsende Tendenz, das mit Waffengewalt auf der Straße zu klären“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP. „Die Kollegen werden mit professioneller Polizeiarbeit nicht zulassen, dass auf unseren Straßen ein Bandenkrieg entflammt und Unbeteiligte zu Schaden kommen.“

Die Polizeipräsenz an kritischen Orten wurde demenstprechend verstärkt, einschlägige Lokale werden kontrolliert und zusätzliche Verkehrsüberwachungen an relevanten Stellen veranlasst. „Wir evaluieren diese Maßnahmen regelmäßig“, unterstrich Langner. Die Maßnahmen würden weiter ausgebaut, um die Strukturen zu zerschlagen.