Sie ist 31 Kilogramm schwer und rund 3,2 Millionen Euro wert: Die Goldmünze „Big Phil“ wird für einen Tag in Berlin ausgestellt. Am Dienstag, 30. September, wird die Münze bei dem Edelmetallhändler Pro Aurum an der Hardenbergstraße in Charlottenburg zu sehen sein. „Big Phil“ existiert nur fünfzehnmal auf der Welt.

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Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der „Wiener Philharmoniker“ wurde die Anlagemünze von der Münze Österreich AG im Jahr 2004 geprägt. Auf der Vorderseite der Münze prangt die Orgel im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins; auf der Rückseite sind verschiedene Instrumente abgebildet. „1000 Unzen pures Gold stehen hier“, sagt Steffi Tränkler, Filialleiterin des Edelmetallhändlers Pro Aurum.

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Kurios: Die Münze gilt in Österreich als offizielles Zahlungsmittel. „Man könnte damit sozusagen in der Wiener Fußgängerzone einkaufen gehen“, sagt Tränkler. Allerdings nur bis zum sogenannten Nennwert von 100.000 Euro. Der tatsächliche Materialwert liegt aufgrund des Goldkurses deutlich höher: nämlich bei etwa 3,2 Millionen Euro.

In Berlin weckt die Ankündigung von „Big Phil“ Erinnerungen an eine andere millionenschwere Münze, die auf spektakuläre Weise im März 2017 von Mitgliedern eines bekannten Remmo-Clans gestohlen worden war: Damals ergaunerten drei junge Männer die 100-Kilo-Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Berliner Bode-Museum.

„Big Phil" wiegt 31 Kilogramm. Die Rückseite der Goldmünze zieren mehrere Instrumente.
„Big Phil" wiegt 31 Kilogramm. Die Rückseite der Goldmünze zieren mehrere Instrumente.© Düsseldorf | Ingo Lammert

In der Nacht auf den 27. März 2017 waren die Einbrecher über ein Fenster in das Bode-Museum eingestiegen, hatten mit einer Axt die Vitrine zerschlagen, in der die Münze ausgestellt war – und entwendeten die 100 Kilogramm schwere Münze. Anschließend transportierten sie „Big Maple Leaf“ mit einem Rollbrett und Seilen nach draußen. Dort ließen sie die Münze vermutlich auf die Bahngleise fallen. Die Polizei fand in der Nähe des Bahndamms später auch eine Schubkarre und ein Seil.

Teure Goldmünze in Berlin werde „adäquat versichert“ und „zu jeder Zeit gesichert“

Es kam zu mehreren Festnahmen, darunter auch eines Sicherheitsmitarbeiters. Die Münze selbst wurde nie gefunden; wahrscheinlich wurde sie eingeschmolzen oder in Einzelteilen verkauft. Sie war etwa 3,7 Millionen Euro wert. Im Jahr 2020 wurden schließlich drei Männer wegen des Diebstahls der Münze zu Jugendstrafen verurteilt, darunter die Cousins Wissam und Ahmed Remmo, die dem berüchtigten Remmo-Clan angehören.

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Könnte „Big Phil“ ein ähnliches Szenario wie „Big Maple Leaf“ drohen? Laut der Berliner Filialleiterin von Pro Aurum, Steffi Tränkler, soll das nicht passieren: „Unsere Münze ist selbstverständlich adäquat versichert und zu jeder Zeit auch gesichert.“ Die Münze aus dem Besitz des Unternehmens befinde sich ansonsten häufig im Hauptsitz von Pro Aurum in München. Medienberichten zufolge gab es an anderen Schauorten der Münze in der Vergangenheit eine bewaffnete Überwachung rund um die Uhr.

mit dpa