Der neue Harald-Juhnke-Platz in Berlin-Charlottenburg wird am Montag, dem 29. September, offiziell eröffnet. Der Platz an der Ecke Kurfürstendamm, Grolman- und Uhlandstraße wurde bereits am 1. September nach dem berühmten Schauspieler, Sänger und Showmaster benannt, dessen 20. Todestag im März 2025 in Berlin gefeiert wurde. Nun soll bei einem symbolischen Akt mit zahlreichen Gästen aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Einweihung gefeiert werden.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), wird die offizielle Festrede halten. Die Schauspieler Ben Becker und Karsten Speck interpretieren Lieder von Harald Juhnke, ehe Susanne Juhnke, die Witwe des Schauspielers, und der Regierende Bürgermeister das Harald-Juhnke-Platzschild enthüllen.
Bereits ab 12 Uhr soll es einen Empfang mit rotem Teppich geben, ab 13 Uhr beginnt dann der offizielle Festakt. Weitere Gäste sind unter anderem die Schauspielerin Mariella Ahrens, der Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden, der Starfriseur Shan Rahimkhan, der Fernsehkoch Kolja Kleeberg und der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit. Auch Juhnkes Sohn, Oliver Juhnke, wird erwartet. Das Eröffnungsprogramm soll etwa 30 Minuten dauern.
Der Festakt geht auf die Initiative von Peter Wolf zurück, Juhnkes langjähriger Manager und Vertreter der Familie. Wolf sagte: „Wir sind froh und glücklich, dass es in Berlin am Kurfürstendamm ab sofort einen Harald-Juhnke-Platz gibt.“ Er ergänzte, Juhnke werde am Montag bei der offiziellen Einweihung „auf einer Wolke sitzen und sich über ‚seinen‘ Platz freuen wie Bolle.“
Auch Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner, begrüßte die Benennung des Platzes. „Harald Juhnke war ein Berliner Original, der als Schauspieler, Sänger und Showmaster sehr viele Menschen in Berlin und Deutschland begeistert hat“, sagte er bereits bei der Umbenennung. Viele Berlinerinnen und Berliner erinnerten sich gern an ihn. „Berlin wird mit dem Harald-Juhnke-Platz am Kudamm dazu beitragen, dass der großartige Schauspieler und sein Lebenswerk nicht vergessen werden.“
Die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hatte im März 2025 für die Namensgebung gestimmt. Anlässlich des 20. Todestages von Harald Juhnke hatten die Fraktionen von CDU, Grünen, SPD und FDP einen gemeinsamen Dringlichkeitsantrag eingebracht.
Juhnke hatte zahlreiche Auftritte in der Nähe
Der Platz sei ein viel frequentierter Treffpunkt für Passanten und ein markanter Standort im Herzen des Bezirks, nur wenige Schritte entfernt von den Ku‘damm-Bühnen, auf denen Juhnke zahlreiche Auftritte hatte, hieß es in der Begründung des Antrags. Die Benennung des Platzes werde seinem Lebenswerk gerecht und sein Andenken in Berlin, der Stadt seines Herzens, angemessen würdigen, argumentierten die Bezirksabgeordneten. Auswirkungen auf die Adressen von Anwohnern gibt es nicht, da der Platz bislang namenlos war.
Harald Juhnke gilt bis heute als einer der größten Entertainer Deutschlands. Er wurde 1929 in Charlottenburg geboren. Rund fünf Jahrzehnte lang gehörte er zu den prägenden Figuren der Unterhaltungsbranche im Theater und deutschen Fernsehen. Eng verbunden war er mit dem Berliner Westen, wo er unter anderem am Theater am Kurfürstendamm Erfolge feierte.

Auf der Theaterbühne beeindruckte Juhnke unter anderem als Hauptmann von Köpenick in dem gleichnamigen Stück von Carl Zuckmayer und als gealterter Komiker Willie Clark in Neil Simons Boulevardklassiker „Sonny Boys“. Kritiker lobten insbesondere Juhnkes eindrucksvolle schauspielerische Leistung als „Trinker“ (1995) in der Fernsehverfilmung des gleichnamigen Romans von Hans Fallada.
Auch im Konzertsaal feierte der Berliner, der sich selbst gern als deutscher Frank Sinatra sah, große Erfolge. Als Sänger machte sich Juhnke vor allem mit dem Album „Was bleibt, ist die Musik“ oder dem Klassiker „Barfuß oder Lackschuh“ einen Namen. Seine Definition vom Glück „keine Termine und leicht einen sitzen“ steht bis heute für das Berliner Lebensgefühl und ist eines der bekanntesten Zitate von Juhnke.
Die Karriere des Schauspielers und Entertainers war von anhaltenden Alkoholeskapaden begleitet. In Berlin war er als „blauer Bengel“ bekannt und fiel immer wieder in angeheitertem Zustand Funkstreifenwagen der Polizei in die Hände. Nach andauernden Alkoholproblemen erkrankte er an schwerer Demenz und starb am 1. April 2005 im Alter von 75 Jahren. Seine Grabstätte auf dem Waldfriedhof Dahlem gehört zu den Ehrengräbern des Landes Berlin.
Mit dpa.



