Während des Berlin-Marathons an diesem Wochenende ist das Mitführen von Messern und anderen Waffen an der Marathonstrecke in Mitte untersagt. Die Polizei hat hierzu eine temporäre Allgemeinverfügung erlassen, wie sie am Freitag mitteilte. Bedeutet: Während des Lauf-Events am Samstag und am Sonntag sind jeweils von 6 Uhr bis 17 Uhr alle Arten von Messern verboten, darunter zum Beispiel Küchen-, Taschen- und Gebrauchsmesser.

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Das Verbot gilt insbesondere auch für Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen (SRS-Waffen). Selbst Personen mit einem sogenannten Kleinen Waffenschein dürfen ihre SRS-Waffen in diesem Zeitraum nicht mehr mit sich führen. Bei Zuwiderhandlung wird der Gegenstand konfisziert und vernichtet. Dafür darf die Polizei auch unmittelbaren Zwang anwenden. Für Polizei-, Rettungs- und andere Einsatzkräfte sowie zum Beispiel für Beschäftigte gastronomischer Betriebe in den betroffenen Gebieten wird es allerdings Ausnahmen geben.

Polizeigewerkschaft begrüßt Messerverbot am Wochenende

„Ein Mitführen eines der oben genannten Gegenstände liegt vor, wenn dieser mit der Möglichkeit eines jederzeitigen unmittelbaren Zugriffs am Körper oder in der am Körper getragenen Kleidung oder Tasche oder in sonstiger Weise körpernah aufbewahrt wird“, heißt es dazu in der Mitteilung der Polizei. Heißt: Noch verpackte, frisch gekaufte Messer dabei zu haben, ist nicht verboten.

„Die Allgemeinverfügung als präventive Maßnahme ist absolut sinnvoll“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP. „Großveranstaltungen wie der Marathon gelten als weiche Anschlagsziele, weil viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen.“ Das biete auch abseits von Terror und Amok jede Menge Konfliktpotenziale, bei denen zunehmend Messer zum Einsatz kommen würden, so man sie dabei hat.

„Unsere Kollegen sind im Rahmen des Raumschutzes ohnehin vor Ort und haben so eine klare rechtliche Handhabe“, so Jendro weiter. „Damit nicht nur der Marathon sicher über die Bühne geht, sondern wir an 365 Tagen überall in der Stadt die Gefahren durch bewaffnete Leute eindämmen und Menschen schützen können, brauchen wir aber ein generelles Trageverbot jeglicher Messer in der Öffentlichkeit.“ Dann würden auch keine Hilfskrücken wie temporäre und lokale Verbote mehr benötigt. „Niemand muss mit einem Messer durch die Gegend laufen, wenn er es nicht berufsbedingt benötigt – weder auf dem Weg zum Marathon noch sonst irgendwo“, ist der Gewerkschafter überzeugt.

Berlin-Marathon: Hier gilt am Wochenende das Messerverbot

Das temporäre Messerverbot gilt am Samstag und am Sonntag von 6 bis 17 Uhr in folgenden Gebieten:

  • Bahntrasse im Bereich Lüneburger Straße (Paulstraße bis Friedrichstraße)
  • Friedrichstraße bis Behrenstraße
  • Behrenstraße bis Ebertstraße
  • Ebertstraße bis Potsdamer Platz
  • Potsdamer Platz bis Potsdamer Straße
  • Sharounstraße, Herbert-von-Karajan-Straße bis Tiergartenstraße
    Tiergartenstraße bis Hofjägerallee
  • Hofjägerallee bis Großer Stern
  • Spreeweg über Lutherbrücke bis Paulstraße und zurück zur Bahntrasse