Unter dem Motto „Marsch für das Leben“ wollen am kommenden Sonnabend, wie in den Jahren zuvor, Gegnerinnen und Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen in Berlin auf die Straße gehen – zeitgleich findet eine gleichnamige Demonstration in Köln statt. Wieder dabei: die AfD. Gegenprotest ist angemeldet und dürfte angesichts eines Vorfalls im vergangenen Jahr besonders aufmerksam beobachtet werden.

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Die selbsternannten Lebensschützer fordern umfassende Aufklärung über Abtreibungen. „Wir wollen Hilfe für Frauen, denen das Ja zum Kind schwerfällt. Wir wollen keine Werbung für eine Tat, die so viele Frauen bitter bereuen“, heißt es auf der Homepage des Bundesverbands Lebensrecht, der die Demonstrationen angemeldet hat. Darüber hinaus stellt sich der Verband gegen die Sterbehilfe, die in anderen Ländern, wie etwa der Schweiz in bestimmten Formen legal ist.
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„Marsch für das Leben“: Unterstützung kommt von der AfD
Für Sonnabend werden laut Polizei 5000 Teilnehmende am Washingtonplatz in Berlin-Mitte erwartet. Der Protestzug über Rahel-Hirsch-Straße, Kapelle-Ufer, Reinhardtstraße, Luisenstraße, Invalidenstraße, Alt-Moabit, Rahel-Hirsch-Straße zurück bis zum Washingtonplatz soll um kurz nach 14 Uhr beginnen. Die Abschlusskundgebung ist für circa 15:30 Uhr geplant. Zwar wird der „Marsch für das Leben“ als überkonfessionell – Grußworte kommen von Vertretern verschiedener Kirchen – und überparteilich bezeichnet. Die AfD, die das Bundesamt für Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistische Bestrebung“ einstuft, drängt sich jedoch öffentlichkeitswirksam als Unterstützer in den Vordergrund.
So nahm die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch in der Vergangenheit am „Marsch für das Leben“ in Berlin teil. In einem Instagram-Beitrag hat Sebastian Maack, Landesschatzmeister der AfD Berlin, zur Teilnahme am diesjährigen Marsch aufgerufen. „Es geht darum, dass Frauen, die schwanger sind, Unterstützung bekommen und nicht gezwungen sind, das Kind abzutreiben“, sagt er.
Rund 2000 Gegendemonstranten erwartet – Routen verlaufen teils parallel
Der Zuspruch von rechter Seite ruft Gegenprotest hervor: Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung hat eine Demonstration unter dem Namen „Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung“ mit 2000 Personen angemeldet, wie eine Polizeisprecherin erklärt. Die Route verläuft teils parallel zum Demonstrationsmarsch der Abtreibungsgegner: Paul-Löbe-Haus, Spreebogenpark, Reinhardtstraße, Friedrichstraße, Ziegelstraße, Tucholskystraße, Oranienburger Straße, Monbijouplatz, Burgstraße und James-Simon-Park.
„Wir stehen für eine Welt ein, in der die uneingeschränkte sexuelle und körperliche Selbstbestimmung unverhandelbar ist“, sagt Cléo Spergel, Pressesprecherin der bundesweiten Kampagne „Make Feminism A Threat“. „Die selbsternannten Lebensschützer geben sich als familienfreundlich und harmlos, dabei befinden sich in ihren Reihen bekanntermaßen rechte Gewalttäter und Faschistinnen wie zum Beispiel Beatrix von Storch,“ so Spergel.
Im vergangenen Jahr stürmten rund 20 Personen die Bühne am Brandenburger Tor, wo die Abschlusskundgebung des „Marsch für das Leben“ stattfand. Sie riefen wiederholt: „My body, my choice, raise your voice!“ (Mein Körper, meine Wahl, erhebe deine Stimme) und versuchten ein Transparent zu entrollen, was von der Polizei verhindert worden ist. Laut Polizei wurden dabei 17 Personen vorläufig festgenommen.
Die Polizei erklärt auf Anfrage, dass sie aktuell in der Einsatzplanung ist und keine Angaben zur Einsatzstärke am Wochenende machen kann.






