Der neue A100-Abschnitt zwischen Treptow und Neukölln sorgt weiter für Diskussionen – und dafür, dass Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nicht planmäßig fahren können. Die Linie M43 fahre „aufgrund eines Staus nicht zwischen Beermannstraße bzw. Elsenstraße/S Treptower Park und Tunnelstraße“, vermeldete die BVG am Mittwochvormittag. Die Linie 194 fährt laut BVG aufgrund des Staus nicht zwischen Markgrafendamm und Elsenstraße/ S Treptower Park, sondern stattdessen ab Markgrafendamm zur Tunnelstraße.

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Busse werden laut BVG auf beiden Seiten so nah wie möglich an die Elsenbrücke herangeführt. „Den vom Stau betroffenen Abschnitt können Fahrgäste mit der S-Bahn oder zu Fuß überbrücken.“ Diese Maßnahmen würden lageabhängig umgesetzt und kontinuierlich überprüft, teilte das Unternehmen weiter mit. „Wir haben die weitere Entwicklung im Blick und werden gegebenenfalls geeignete Optionen prüfen, sollte sich die Verkehrssituation nicht entspannen“, hieß es.
Kritiker, die davor gewarnt hatten, den 16. Bauabschnitt vor der Fertigstellung der Elsenbrücke zu eröffnen, sehen sich so bestätigt. Unter anderem forderte bereits Treptow-Köpenicks Verkehrsstadträtin Claudia Leistner (Grüne) vom Senat, „die Sperrung des 16. Bauabschnitts bis zur Fertigstellung der Elsenbrücke ernsthaft zu prüfen, um weitere Verkehrsbeeinträchtigungen und Schäden abzuwehren“. Ähnlich äußerte sich eine Mobilitätsexpertin des BUND. Es müsse „sofort ein weiträumiges Verkehrskonzept für alle Verkehrsteilnehmenden entwickelt werden, zur Not mit der Sperrung des neuen Abschnitts bis die neue Elsenbrücke in Betrieb geht“, hieß es am Mittwoch.
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SPD: Neues Teilabschnitt muss gesperrt werden, bis Verkehrskonzept vorliegt
Diesen Forderungen hat sich nun auch der Verkehrsexperte der Berliner SPD-Fraktion, Tino Schopf, angeschlossen. Mit Blick auf das „eingetretene Chaos“ gibt es aus seiner Sicht nur eine Lösung: „Der neue Teilabschnitt muss gesperrt werden, bis ein schlüssiges Verkehrskonzept vorliegt“, sagte er am Mittwoch. „Andernfalls bricht sich dieses Chaos weiter Bahn – auch, wenn diese Erkenntnis offensichtlich bisher nicht in der Verkehrsverwaltung angekommen ist.“
Schopf verweist dabei auch auf den Koalitionsvertrag von SPD und CDU, in dem es zur A100 heißt: „Vor der Inbetriebnahme setzen wir uns für die Implementierung eines umfassenden Verkehrskonzepts für die Umgebung, einschließlich der Sonnenallee, ein, sodass negative Auswirkungen für die Anliegerinnen und Anlieger minimiert werden.“ Ob es dieses Verkehrskonzept gibt, sei angesichts der aktuellen Frage zustellen, so Schopf.
Erste Demonstration nach der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 angekündigt
Unterdessen haben verschiedene Initiativen wie unter anderem der ADFC Treptow-Köpenick, die Vereine FUSS, Changing Citites und Kungerkiezinitiative sowie die Bürgerinitiativen A100 und Pro Plänterwald zu einer Demonstration aufgerufen. Am Freitag um 17.30 Uhr wollen sie sich an der Kreuzung Elsenstraße/ Am Treptower Park, wo der 16. Bauabschnitt der A100 endet, versammeln.
„Seit Öffnung des 16. Abschnitts der Stadtautobahn A100 versinkt Nord-Treptow im Chaos. Busspuren, Radwege und Fußgänger-Ampelwege sind versperrt und zugestaut – und das, obwohl die Ferienzeit noch gar nicht vorbei ist. Das Überqueren der Fußgänger- und Radübergänge wird während der Grünphase zwischen Lkws und SUVs zum Hindernislauf und ist – vor allem für Kinder – lebensgefährlich“, heißt es im Aufruf zu der Demo.
Die BVG kapituliere und stelle zentrale Buslinien über den Abschnitt der Elsenstraße komplett ein. Ständiges Hupen und aggressives Fahrverhalten seien Ausdruck des hohen Stresslevels aller Beteiligten.




