• Der Wettbewerb unter den Berliner Kleingartenvereinen findet alle vier Jahre statt.
  • Eine Jury besucht die Gärten und bewertet sie nach anspruchsvollen Kriterien.
  • Auf die drei ersten Plätze wartet ein Preisgeld.
  • In diesem Jahr beteiligt sich die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt erstmals und lobt einen Sonderpreis aus.

Berlins Kleingärten stellen aufgrund ihrer Vielfalt aus Pflanzen einen wichtigen Lebensraum für Kleinstlebewesen und Insekten dar. Sie leisten zudem einen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas. Nun begeben sich Berlins Kleingärtner in einen Wettbewerb darüber, wer diese Ziele am besten erreicht. Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde begibt sich auf die Suche nach dem schönsten und nachhaltigsten Kleingarten.

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Der Landeswettbewerb 2025 findet unter dem Motto „Natur pur – Bereit für die Zukunft“ statt und geht zuallererst mit der Begutachtung der grünen Orte einher. Eine Jury besucht die teilnehmenden Vereine. Bewertet werden sie nach anspruchsvollen, vielfältigen Kriterien: Wie groß ist die Vielfalt von Pflanzen und Tieren? Gibt es Nist- und Bruthilfen? Wie nachhaltig wird mit Wasser und Bodenmaterialien umgegangen? Gibt es Mischkulturen und werden Fruchtfolgen beim Anbau von Obst und Gemüse beachtet? Wie innovativ ist das Konzept zur nachhaltigen Entwicklung? Bewertet wird auch die Gestaltung der urbanen Grünflächen.

Neun Kleingartenvereine nehmen an Wettbewerb teil

In dieser Woche startet der Wettbewerb unter insgesamt neun Berliner Kleingartenanlagen. Vom 15. bis 17. August werden die Parzellen der verschiedenen Anlagen von der fachkundigen Jury, wie es vonseiten der Gartenfreunde heißt, begutachtet. Beurteilt werden die Vertreterinnen und Vertretern der ausschreibenden Organisationen sowie der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN), der Stiftung Naturschutz Berlin, der Bahn-Landwirtschaft und einem Lichtenberger Kleingartenverein, der nicht im Wettbewerb steht.

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Unter den teilnehmenden Kleingartenvereinen sind Dahlwitzer Straße (Hellersdorf), Feuchter Winkel Ost (Weißensee) und Bornholm I (Prenzlauer Berg). Die Prüfung der Anlagen findet am 15. August statt. Weiter geht es am Tag darauf mit den Gärten in der Britzer Allee (Treptow), Freiheit (Neukölln) und Waldgarten Berlin-Britz (Neukölln).

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Letzter Tag der Begutachtung ist Sonntag, der 17. August. Dann stattet die Jury den Anlagen Bäketal (Steglitz), Wildkraut (Steglitz) sowie Hohenzollerndamm (Wilmersdorf) einen Besuch ab.

Kleingärten im Wettbewerb: Die Kriterien sind anspruchsvoll

Die Ortsgruppen hatten sich vorab für den Wettbewerb beworben. „Die Bewerbungen zeigen eine große Vielfalt – jede Anlage hat ihre eigenen Stärken und Besonderheiten“, erklärt Gert Schoppa, Präsident des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e. V. „Wir freuen uns auf spannende Eindrücke und hoffen, aus dem Wettbewerb wertvolle Impulse für ganz Berlin ableiten zu können.“

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Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde ist die Dachorganisation des Berliner Kleingartenwesens. Nach eigener Aussage setzt er sich dafür ein, dass der gesellschaftliche, ökologische und klimatische Stellenwert von Kleingärten auch im 21. Jahrhundert anerkannt wird und erhalten bleibt.

Senatsumweltverwaltung lobt Sonderpreis aus

Initiiert hat den Wettbewerb neben dem Landesverband in diesem Jahr erstmalig die Senatsumweltverwaltung. Sie lobt zudem den Sonderpreis „Beetfreundschaften fördern“ mit einem Preisgeld in Höhe von 1000 Euro aus. Das gesamte Projekt möchte Best-Practice-Beispiele für die Zukunft der Kleingärten ausfindig machen. „Im Fokus stehen neben der kleingärtnerischen Nutzung auch Beiträge zur Stadtnatur, zum Stadtklima sowie soziale und öffentliche Angebote, die das Miteinander in der Stadt fördern“, schreibt der Landesverband der Kleingärtner in einer Mitteilung.

Ausgezeichnet wird nicht die einzelne Parzelle oder der einzelne Kleingärtner, sondern stets der gesamte Verein. Für den Erstplatzierten wartet ein Preisgeld von 3000 Euro, der zweite Platz erhält 2000 Euro, der dritte 1000 Euro. Die offizielle Preisvergabe ist für Oktober 2025 geplant.

Kleingärten
Kleingärten sind für Städter ein beliebter Rückzugsort. Doch die Pflege einer Oase wie dieser ist jede Menge Arbeit.© Jens Kalaene/dpa | Jens Kalaene

Der Wettbewerb, der alle vier Jahre stattfindet, soll auch einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln, welchen Beitrag Kleingärten für Umwelt und Natur leisten. Der Landesverband weist jedoch darauf hin, dass die Besichtigung der Kleingärten in den nächsten Tagen keine öffentliche Veranstaltung ist. Zugang erhalten lediglich die Jury-Mitglieder und Zugehörige der entsprechenden Vereine.

Kleingarten-Szene von Korruptionsskandal in Pankow überschattet

Die vergangenen beiden Jahre war die Berliner Kleingarten-Szene vor allem durch den Korruptionsskandal in einem Pankower Verein geprägt. Die ehemalige Vereinsvorsitzende der Kleingartenanlage „Hoffnung“ war aufgeflogen, nachdem sie über Jahre wahrscheinlich Hunderttausende Euro aus Vereinsmitteln veruntreut hatte. Eine herausfordernde Zeit für die Mitglieder, die nun mit einem Neuanfang belohnt werden. Denn nun, da der Insolvenzantrag der Gartenfreunde Pankow angenommen wurde, kann es einen Schuldenschnitt geben.

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Immer wieder mussten in der Vergangenheit Laubenpieper um ihr geliebten Rückzugsorte bangen. Viele davon befinden sich auf Ersatzflächen des Landes Berlin. Erhebt die Landesregierung Anspruch auf die Grundstücke, müssen die Kleingärtner weg. Das kürzlich von Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) vorgelegte „Kleingartenflächensicherungsgesetz“ soll die Gärten dauerhaft sichern. Länger als bis 2030, wie bisher.

Durch das im Juli im Abgeordnetenhaus verabschiedete Gesetz geschützt, sind aber ausschließlich die Gärten auf landeseigenen Flächen. Steht eine Anlage auf privatem Grund, kann das Land Berlin bei einem geplanten Abriss nicht eingreifen. Das betrifft im Stadtgebiet immerhin 14.000 Parzellen.