Noch laufen in dem Werk an der Scheringstraße 2 in Gesundbrunnen, das zur Rheinmetall-Tochter Pierburg GmbH gehört, Motoren- und Abgassysteme für die Autoindustrie vom Band. Doch das soll sich in den kommenden Monaten grundlegend ändern: „Das Werk Berlin soll neben den Aktivitäten in der Brennstoffzellen-Technologie künftig überwiegend mechanische Komponenten für den militärischen Bedarf fertigen“, so ein Sprecher von Rheinmetall gegenüber der „B.Z.“. Konkret gehe es dabei um Teile für die Munitionsherstellung – allerdings ohne Sprengstoffanteile.

Rheinmetall-Konzernzentrale in Düsseldorf
Aussenaufnahme der Rheinmetall Konzernzentrale in Düsseldorf. (Symbolbild)© FUNKE Foto Services | Kai Kitschenberg

Der Umbau sollt laut der Zeitung sukzessive erfolgen, da bestehende Verträge mit Automobilherstellern zunächst erfüllt werden müssen. Die vollständige Umstellung des Standorts auf Rüstungsproduktion erwarte der Konzern frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2026, schreibt die „B.Z.“ weiter. Der Rheinmetall-Sprecher betonte gegenüber der Zeitung: „Der Standort Berlin wird insbesondere für den Aufbau der Verteidigungsbereitschaft Deutschlands und seiner Verbündeten einen wesentlichen Beitrag leisten. Wir gehen dabei von einer Vollauslastung des Werkes aus.“

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Am Berliner Standort sind derzeit rund 350 Beschäftigte tätig. Über die geplante Neuausrichtung seien diese informiert worden, wie die Zeitung unter Berufung auf Rheinmetall mitteilt. Ein Sprecher versicherte gegenüber „B.Z.“: „Der Abbau von Arbeitsplätzen ist derzeit nicht Gegenstand unserer Überlegungen.“

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Der geplante Wandel stoße jedoch auf Widerstand aus der Politik. Der Bezirksverband der Linken in Mitte kritisiere die Ansiedlung von Rüstungsproduktion mitten in einem Wohngebiet und rufe zu Protesten vor dem Werk auf. Die Partei fordere, dass sich der Bezirk aktiv gegen die neue Nutzung stellt, wie die Zeitung weiter mitteilt.

Das Bezirksamt verweise auf begrenzte Einflussmöglichkeiten. Auf Anfrage der B.Z. teilte die Verwaltung mit, man habe keine Handhabe, eine Produktionsumstellung durch ein Privatunternehmen zu unterbinden. Fragen der Sicherheit würden von Landes- und Bundesbehörden geprüft.