Zum Artikel „Hörsaal nach Besetzung verwüstet“ vom 17. April

Wenn radikale einen Hörsaal besetzen, antisemitische Äußerungen verkünden und dann noch Sachschäden verursachen, gibt's doch nur eine Lösung: den Saal räumen, jeden, und wirklich jeden, festnehmen, zum Schadenersatz verurteilen und von der Uni verweisen. Wir lassen uns von einigen wenigen auf der Nase herumtanzen – und es gibt praktisch keine Konsequenzen. Weiterhin heißt es, wegen dieser Chaoten „in Deutschland erstarke der Antisemitismus“, was in Mehrheit nur durch diese Leute hervorgerufen wird und dann verallgemeinert wird. Wenn Pro-Palästinenser sich gewalttätig äußern wollen, sollen nicht unser Land damit verunglimpfen.

Joachim Jeserig, per E-Mail

Zum Artikel „ADHS oft überdiagnostiziert: Experten schlagen neues Modell vor“ vom 18. April

Ich bin 37 Jahre alt und habe ADHS wahrscheinlich seit der Kindheit, habe aber meine Diagnose erst seit sieben bis acht Jahren. Früher war ich auch der Zappelphilipp, war aber jeden Tag mehrere Stunden draußen und sportlich aktiv. Dazu weiß man mittlerweile, dass ADHS zum größten Teil vererbt wird. Die Medikamente sollen ja auch nur unterstützend wirken. Sie sollen die Fokussierung steuern, die offenen Schubladen im Kopf schließen, Negative Gedanken wegdrücken und bewirken, dass die Kids überhaupt wieder mehr Konzentration haben. Mehr Konzentration heißt aber nicht gleichzeitig gesteigerte Lernleistung. Und wenn das Problem sein soll, das Menschen vielleicht 2,5 Zentimeter kleiner sind, aber wieder mehr Spaß und Sinn am Leben haben und besser mit ADHS klarkommen, wäre mir das egal. Ich bin seit Wochen in der Medikation. Ja auch ich habe neun Kilogramm abgenommen, schadet mir aber nicht, da ich die letzten Jahre gerne und viel gegessen habe. Ich kann endlich wieder relativ normal essen, komme mit normalen Mengen wieder klar. Und esse somit auch weniger Süßes. Ich kann aber gleichzeitig wieder mit etwas mehr Motivation meinen Job machen, kriege wieder mehr mit und bin auch wieder klarer im Kopf. Diese Bestätigung habe ich von meinem direkten Arbeitskollegen bekommen: Du bist wieder mehr da, bist wieder wacher, du kannst konzentrierter arbeiten. Mach weiter so! Ich wäre froh, wenn ich in der Kindheit schon gewusst hätte, was mit mir „nicht stimmt“ – und man hätte dort schon eine passende Therapie beginnen können. So habe ich die Schulzeit auch als die Hölle meines Lebens empfunden – inklusive Mobbing von Mitschülern und Lehrern, weil ich mich nicht so verhalten habe, wie sie es gerne gehabt hätten.

Christian Z., per Mail

Zum Artikel „Messerverbot in BVG und S-Bahn kommt“ vom 17. April

Warum sollten Taschenmesser verboten werden? Es ist hauptsächlich Erziehung, wenn wir lernen, dass Messer nur Werkzeuge sind. Viele in den älteren Generationen führen ein Taschenmesser als Werkzeug und Gebrauchsgegenstand mit sich und würden nie auf die Idee kommen, jemanden damit zu verletzen. Durch mangelnde Erziehung und die allgemeine Verrohung sind wir leider wieder mal so weit, dass einfach alle wegen weniger Ausnahmen über einen Kamm geschoren werden. 

Viviane Schütt, per Mail

Zum Artikel „Ringen um kostenlose Rettungsfahrten“ vom 19. April

Der Staat muss aufhören, „All-inclusive“-Leistungen anzubieten, dem Bürger also jedes Lebensrisiko abzunehmen. Warum soll eine Rettungsfahrt kostenlos sein, wenn eine Person den Notruf betätigt? Zunächst einmal gibt es viele Fälle, in denen ein Notruf unterbleibt, weil der Patient von Verwandten oder Freunden zum Arzt oder zur Notaufnahme in das Krankenhaus gefahren wird. Und für diejenigen, die solche Möglichkeiten nicht haben oder in wirklich dringlichen Fällen steht der Rettungsdienst mit Notarzt bereit – den die Landkreise organisieren. Der Notruf durch den Patienten ist zunächst einmal nicht ärztlich verordnet. Damit ist keine ärztliche Notwendigkeit indiziert. Es wird deshalb viele Fälle geben, in denen ein Arztbesuch ausgereicht hätte. Deshalb ist es verständlich, dass die Krankenkassen, schon um Verwaltungsaufwand zu vermeiden, nur noch Pauschalen zahlen. Außerdem wollen sie den Landkreisen keine volle Kostendeckung versprechen, schon um Effizienz sicherzustellen. Wenn ein Landkreis sämtliche Kosten erstattet bekommt (egal, vom wem), hat er kein Interesse daran, den Rettungsdienst kostengünstig zu organisieren. Das Erscheinen des Rettungsdienstes dient allein dem Vorteil des Patienten. Deshalb ist es gerechtfertigt, dass der Patient für die schnelle Beförderung zum Arzt, ins Krankenhaus oder für eine Versorgung vor Ort eine Eigenbeteiligung leistet. Dies wird dazu führen, dass Patienten nicht schon bei einem Unwohlsein, besonders am Wochenende, den Notruf betätigen.

Horst Ahlers, per E-Mail

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