Die kurzfristige Besetzung eines Hörsaals an der Humboldt-Universität durch pro-palästinensische Aktivisten hat sichtbare Schäden hinterlassen. „Schon jetzt ist klar, dass die Beschädigungen so gravierend sind, dass der Raum für Wochen, möglicherweise Monate, nicht für die Lehre zur Verfügung stehen wird“, teilte das HU-Präsidium mit.

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Dort geplante Veranstaltungen müssten in andere Räume verlegt oder digital angeboten werden. „Der finanzielle und organisatorische Schaden trifft die gesamte Hochschulgemeinschaft“, hieß es. Betroffen ist der Emil-Fischer-Hörsaal auf dem Campus Nord.
Der Hörsaal war am frühen Mittwochnachmittag besetzt worden. Das Präsidium der HU bat die Polizei um Räumung des Gebäudes. „Das Lagebild war eindeutig“, verteidigte HU-Präsidentin Julia von Blumenthal im RBB-Inforadio den Polizeieinsatz auf dem Campus „Wir konnten schon sofort sehen, dass Sachbeschädigung begangen wurde“, sagte von Blumenthal. Auf den Bannern und Sprüchen sei das Existenzrecht Israels geleugnet worden. Es sei deutlich gewesen, dass Gewalt verherrlicht und auch das rote Dreieck, das Symbol der Terror-Organisation Hamas, verwendet worden sei.
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Polizei: Besetzer leisteten bei Räumung keinen Widerstand
„Damit war für uns klar: Die roten Linien sind überschritten. Und wir haben dann als Präsidium schnell gemeinschaftlich entschieden, dass in diesem Fall die Räumung der einzig richtige Weg ist“, sagte die HU-Präsidentin. Der Hörsaal auf dem Campus Nord war nach Angaben einer HU-Sprecherin vom Mittwoch am frühen Nachmittag besetzt worden. Das Präsidium bat die Polizei um Räumung des Gebäudes.
Nach Angaben der Polizei wurden rund 100 Menschen aus dem Gebäude herausgeführt und ihre Personalien festgestellt. Gegen sie würden Strafverfahren eingeleitet. Es bestehe unter anderem der Verdacht des schweren Hausfriedensbruches, des besonders schweren Landfriedensbruches, der Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie des Widerstandes gegen Polizeivollzugsbeamte, wie es in einer Mitteilung der Polizei Berlin hieß.
Aktivisten sollen unter anderem eine Flüssigkeit auf Polizisten geschüttet haben, bei der es sich um Urin handeln könnte. Außerdem sei mit Pyrotechnik geworfen worden. Während der Räumung hätten zwei Menschen die Einsatzkräfte angegriffen und Widerstand geleistet. Zwei Polizisten seien an der Hand verletzt worden, setzen ihren Dienst aber fort.
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Bereits vor rund einem Jahr war das Sozialwissenschaftliche Institut der HU bei einer Besetzung durch propalästinensische Aktivisten stark beschädigt worden. Damals waren etwa Wände, Türen und Büros beschmiert und Regale umgestoßen worden. Das Gebäude konnte monatelang nicht genutzt werden.
jst/dpa






