Die Fluggesellschaft Condor will am Flughafen BER deutlich mehr Flüge anbieten. Die Airline erweitert ihr Angebot Im Sommerflugplan um vier neue Ziele. Drei davon liegen in Griechenland. Nach Kos, Kreta und Rhodos sollen wöchentlich zehn Flüge starten. Außerdem will Condor nach Hurghada in Ägypten fliegen. Im kommenden Winterflugplan soll es außerdem auf die Kanarischen Inseln gehen.

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Für den Flughafen Berlin Brandenburg sind das nach der massiven Streichung des Flugplans durch Ryanair gute Nachrichten. Rund 340.000 Sitzplätze kommen laut Flughafengesellschaft hinzu. Das ist knapp die Hälfte der Plätze, die Ryanair für den kommenden Sommer gestrichen hatte. Zudem versicherte Condor-Chef Peter Gerber, am Berliner Flughafen weiter wachsen zu wollen. „Wir werden versuchen, weiter Gas zu geben“, betonte der Condor-Chef.
„Das ist eine gute Nachricht für den Standort Berlin, die ostdeutschen Länder und den Flughafen“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner, am Dienstag auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB). Er freue sich insbesondere darüber, dass der Ausbau nur ein Zwischenstand sei. „Ich hoffe, dass noch einiges kommt“, so Wegner. Er betonte: „Wir wollen mehr Verbindungen von und nach Berlin.“
Kai Wegner fordert Senkung der Luftverkehrssteuer

Der alten Bundesregierung warf Wegner eine „verfehlte Flughafenpolitik“ vor. „Die Kosten der deutschen Flughäfen sind nicht mehr wettbewerbsfähig“, sagte er. „Die Luftverkehrssteuer und die Sicherheitsgebühren müssen runter“, betonte der Regierende Bürgermeister mit Verweis auf die sich gerade neu formierende Bundesregierung.
Condor-Chef Gerber sieht das wenig überraschend auch so. Über den Flughafen BER sagte er am Dienstag aber auch: „Die Kosten bleiben hier im Rahmen.“ Flughafen-Chefin Aletta von Massenbach pflichtete ihm bei: „Die Flughafenentgelte sind völlig unauffällig.“ Vielmehr seien die staatlichen Gebühren das Problem. Ryanair hatte seinen teilweisen Rückzug mit „horrenden Zugangskosten“ begründet, die „von der deutschen Regierung und dem Flughafenmanagement nicht gesenkt“ würden.
Flughafen BER: Condor fliegt nun auch nach Frankfurt

Neben den Warmwasserzielen hat Condor auch neue Flugverbindungen vom BER nach Frankfurt am Main geschaffen. Seit wenigen Tagen fliegt die Airline zweimal täglich zum Drehkreuz der hessischen Bankenstadt. Im vergangenen Herbst hatte die Airline ihr neues Engagement am Hauptstadtflughafen mit Flügen nach Dubai begonnen.
Laut Gerber hat sich die neue Verbindung in das Emirat am Persischen Golf so gut etabliert, dass Condor sie nun ganzjährig anbieten will. Geplant gewesen seien die täglichen Flüge ursprünglich nur für das Winterhalbjahr, berichtete er. Darüber hinaus verwies er auch hier auf weitere Wachstumspläne. „Wir denken darüber nach, das noch auszubauen“, sagte der Condor-Chef.
Condor ist nicht die einzige Airline, die Verbindungen an den Persischen Golf ausbaut. Nur wenige Stunden vor Gerbers Ankündigungen hatte am Dienstag auch Qatar Airways bekanntgegeben, künftig die Zahl der Flüge nach Doha zu erhöhen. Der Flughafen Doha, Drehkreuz von Qatar Airways, soll nun 21 statt 18 mal in der Woche angesteuert werden. Dreimal täglich fliegt Qatar Airways dann an den Golf. Im kommenden Herbst soll außerdem Abu Dhabi als Flugziel dazukommen, Drehkreuz von Etihad Airways. Außerdem fliegt auch Eurowings seit wenigen Monaten täglich nach Dubai.
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Verlierer dieser Verkehrsverschiebung an den Persischen Golf sind die europäischen Drehkreuze. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) verweist auf eine Analyse der Passagierströme von Deutschland nach Asien durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Demnach ist der Anteil von Umsteigern an Drehkreuzen außerhalb der EU von 2010 bis 2024 von 38 auf 57 Prozent gestiegen. „Das Gefälle durch ungleichen Wettbewerb zwischen Fluggesellschaften aus Europa und ihren Wettbewerbern aus der Türkei oder am Persischen Golf wird immer größer“, betont eine BDL-Sprecherin dazu.
Auch die Lufthansa beklagt den Wettbewerb mit den Airlines vom Golf und vom Bosporus. In einem Politik-Briefing aus dem vergangenen Sommer verweist die Airline auf Milliardensubventionen der Konkurrenz und Nachteile durch EU-Klimaschutzregelungen.
Flughafen-Chefin Aletta von Massenbach erwartet durch den stärkeren Wettbewerb günstigere Ticketpreise. „Wettbewerb ist immer gut für den Kunden“, sagte sie am Dienstag. Die Konnektivität verbessere sich durch die neuen Verbindungen an den Golf. „Dort ist ein ganz neuer Knoten entstanden“, betonte sie. Für die Menschen gebe es nun neue „sehr, sehr gute Möglichkeiten“.




