Ohne eine Einigung im Tarifkonflikt haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Gewerkschaft Verdi ihre Verhandlungsrunde am Mittwoch beendet. Wie die BVG am Abend mitteilte, habe man mit der Gewerkschaft über mehrere Stunden intensiv verhandelt, die wirtschaftliche Situation der BVG besprochen und gemeinsam Lösungsräume skizziert. Beide Tarifparteien seien sich „beim Thema Laufzeit und Zulagen entgegengekommen“, betont die BVG.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Konkret habe man der Gewerkschaft ein neues Paket in Höhe von 345 Millionen Euro über eine Laufzeit von jetzt noch zweieinhalb statt vier Jahren in Aussicht gestellt. Damit stiege der Personalaufwand der BVG um 115 Millionen Euro pro Jahr an. Zulagen würden nach Angaben der BVG um bis zu 125 Prozent steigen. Sowohl die Fahrdienstzulage als auch die Wechselschichtzulage läge dann bei jeweils 225 Euro, die Schichtzulage bei 130 Euro. Die BVG betont, damit im bundesweiten Vergleich der Zulagen für Fahrerinnen und Fahrer an erster Stelle zu stehen.
Im Angebot sei weiterhin ein monatliches Plus von 225 Euro für die Mitarbeitenden rückwirkend zum 1. Januar 2025 enthalten. Statt einer prozentualen Steigerung in den Jahren 2026 und 2027 soll das monatliche Entgelt für alle Mitarbeitende im neuen Angebot nun jeweils zum Jahresanfang um 100 Euro steigen.
- Gut informiert: Die wichtigsten News zum BVG-Streik im Blog
- Streik: Viele Busse fahren trotzdem – das sind die Linien
- Alternativen: S-Bahn erweitert Angebot
- Analyse: Bezirke im Streik-Chaos? Diese Kieze werden „abgeschnitten“
- Arbeit und Schule: Zu spät wegen Streik? Das sind Rechte & Pflichten
- Urlaub: BVG-Zoff um Urlaubstage und Urlaubsgeld: Wer bekommt wie viel?
BVG sieht Bewegung in Verhandlungen
„Das aktuelle Angebot ist für das Unternehmen an der Grenze des Leistbaren“, betonte Jenny-Zeller Grothe, BVG-Vorständin für Personal und Soziales und Verhandlungsführerin der BVG. „Ich bin froh, dass heute Bewegung in die Verhandlung gekommen ist“, teilte sie am Mittwochabend mit. „Jetzt gilt es, die Zeit bis zur nächsten Verhandlungsrunde zu nutzen und weiter an Details zu arbeiten. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 21. März vereinbart. Gemeinsame Arbeitsgruppen würden in der Zwischenzeit an vereinbarten Themenschwerpunkten weiterarbeiten.
Verdi fordert im Tarifkonflikt 750 Euro mehr pro Monat für alle BVG-Beschäftigten. Außerdem soll es 300 Euro als Fahrdienst- und weitere 200 Euro als Schichtzulage geben. Dazu fordert die Gewerkschaft ein 13. Monatsgehalt. Laut Gewerkschaft würden 250 Millionen Euro Zusatzkosten pro Jahr anfallen.
Dass der Nachholbedarf bei den Gehältern von der BVG grundsätzlich gesehen wird, liegt auch daran, dass die BVG derzeit beim Einstiegsgehalt für Fahrerinnen und Fahrer bundesweit das Schlusslicht ist. Rund 2800 Euro bekommen sie in Berlin. In Brandenburg sind es 3000 Euro, das Nachbarland landet damit im Mittelfeld. Allerdings betont die BVG dazu stets, dass es in Berlin mit 37,5 Stunden die niedrigste durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit gibt. In den meisten anderen Ländern sind es hingegen 39 Stunden.
Verdi-Ultimatum zu unbefristeten Streiks läuft bald ab
Bislang folgte auf jeden Verhandlungstermin ein Warnstreik. Nach den bisherigen Verhandlungen hatte Verdi das Gespräch mit den BVG-Beschäftigten gesucht, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Grundsätzlich ist das auch diesmal geplant. Die Befragung der Mitarbeitenden soll dann voraussichtlich bis Montag dauern. Dann soll die Tarifkommission erneut tagen und eine Entscheidung treffen, ob es weitere Streiks gibt.
Es bleibt nun nur noch ein weiterer Termin, bis das Ultimatum der Gewerkschaft abläuft – und unbefristete Streiks drohen. Die für den 21. März angesetzte Verhandlungsrunde ist die fünfte von Verdi und BVG im aktuellen Tarifkonflikt.




