Die IG Metall demonstriert nach Bekanntwerden eines drohenden Arbeitsplatzabbaus beim Bahnhersteller Stadler ihre Kampfbereitschaft. Zu einer Kundgebung am Standler-Werk in Pankow sind am Mittwoch nach Angaben der Gewerkschaft rund 1200 Beschäftigte gekommen. Werktätige aus zwei Schichten seien dem Aufruf zum Protest gefolgt, berichtete die IG Metall am Mittwochnachmittag. Stadler beschäftigt rund 2000 Menschen in Berlin und Brandenburg, die meisten arbeiten im Pankower Werk.

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„Die Beschäftigten von Stadler haben heute eindrucksvoll bewiesen, dass sie klar hinter den Forderungen der IG Metall stehen“, berichtete Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin, nach der Kundgebung am Mittag. Teilstandortschließung und Beschäftigungsabbau müssten nun vom Tisch, forderte Otto. „Bevor der Arbeitgeber dies nicht klar formuliert hat, werden wir als IG Metall nicht in Gespräche eintreten.“

Stadler kündigt „einschneidende Maßnahmen“ an

Die Probleme waren am Montag während einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung bekannt geworden. In einer anschließenden Mitteilung des Unternehmens heißt es: „Trotz guter Auslastung und wichtiger Zukunftsprojekte für den Standort in Berlin-Brandenburg steht Stadler Deutschland unter erheblichem wirtschaftlichem Druck“. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, müsse das Unternehmen nun „Kostenstruktur und Prozesse optimieren“. Dies betreffe „alle Bereiche an den Standorten in Berlin, Velten und Hennigsdorf“, heißt es in der Mitteilung. Stadler will dazu auch Gespräche mit Arbeitnehmervertretern und der IG Metall führen.

„Nach wie vor leiden wir unter den gravierenden Folgen des Zusammenbruchs der Lieferketten infolge der Pandemie, dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und den daraus resultierenden Preissteigerungen für Energie und Rohmaterial“, betonte Jure Mikolčić, Geschäftsführer von Stadler Deutschland. Nun müssten „einschneidende Maßnahmen“ beschlossen und schnell umsetzen werden, so Mikolčić. Im Gespräch sein soll auch ein Lohnverzicht der Beschäftigten.

Stadler will neue Berliner U-Bahnen dieses Jahr ausliefern

Stadler fertigt die neuen U-Bahnen für Berlin; ein Projekt, dass sich bereits deutlich verzögert hat. Die Züge werden von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) dringend erwartet, damit der Betrieb wieder zuverlässiger und stabiler wird. Verkehrsstaatssekretär Johannes Wieczorek sagte am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses, dass der inzwischen vereinbarte Zeitplan zwischen BVG und Stadler trotz der aktuellen Situation im Unternehmen Bestand haben werde. Stadler bestätigt, das die ersten neuen U-Bahnen noch in diesem Jahr in Betrieb gehen werden.

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