Es wird wieder verhandelt: An diesem Mittwoch treffen sich Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Gewerkschaft Verdi das nächste Mal, um über einen neuen Tarifvertrag zu sprechen. Es ist die inzwischen vierte Runde, die sich voraussichtlich über den ganzen Tag ziehen wird. Bislang folgte auf jeden Verhandlungstermin ein Warnstreik, eine Einigung der Tarifpartner war noch nicht in Sicht.

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Die BVG setzt für die nächste Runde nun auch auf ein Entgegenkommen der Gewerkschaft. „Verhandeln geht nie ohne Kompromisse. Verdi muss sich auch bewegen“, sagte Jenny Zeller-Grothe, Vorständin Personal und Soziales der BVG, am Dienstag. Sie forderte zugleich: „Wir brauchen alle eine gehörige Portion Realismus.“ Das Verkehrsunternehmen hat selbst eingeräumt, Nachholbedarf bei den Gehältern der Beschäftigten zu sehen, aber auch deutlich gemacht, dass es die Forderungen von Verdi für nicht finanzierbar hält. Diese würden sich laut Gewerkschaft auf 250 Millionen Euro Zusatzkosten pro Jahr summieren.
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Einstiegsgehalt für Fahrer: BVG zahlt bundesweit am wenigsten
Dass dieser Nachholbedarf gesehen wird, liegt auch daran, dass die BVG derzeit bundesweit das Schlusslicht ist, wenn es um das Einstiegsgehalt für Fahrerinnen und Fahrer geht. Gut 2800 Euro erhalten sie in Berlin, im Nachbarland Brandenburg, das im Mittelfeld rangiert, sind es etwas mehr als 3000 Euro. Wobei die BVG stets darauf hinweist, dass es in Berlin mit 37,5 Stunden die niedrigste Wochenarbeitszeit gibt. In den meisten anderen Ländern sind es 39 Stunden.
Die BVG bietet derzeit an, dass die Gehälter der Beschäftigten rückwirkend zum 1. Januar 2025 um 225 Euro pro Monat erhöht werden. In den Folgejahren bis 2028 soll das Monatsgehalt jeweils um 2,5 Prozent steigen. Zudem werden die Wechselschicht- und Fahrerzulage auf jeweils 200 Euro monatlich angehoben. Für Fahrerinnen und Fahrer bedeute dies eine Lohnsteigerung von 325 Euro pro Monat, so die BVG. Außerdem soll das Weihnachtsgeld auf 2300 Euro erhöht werden. Die Löhne der meisten Beschäftigten steigen laut BVG bis Ende 2028 durchschnittlich um 17,6 Prozent.
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Ein weiterer Verhandlungstermin bleibt, bis Verdis Ultimatum abläuft
Mit diesem Angebot würde das Gehalt der Beschäftigten für 2025 im Ländervergleich einige Plätze nach oben rücken. Jenny Zeller-Grothe spricht davon, dass die BVG damit zur Spitzengruppe aufschließe. Tatsächlich würde Berlin beim Monatsgehalt immer noch mehrere Hundert Euro hinter Hamburg oder Baden-Württemberg zurückbleiben, wobei dort die Arbeitszeit höher ist. Zumindest würde das Verkehrsunternehmen leicht an der direkten Konkurrenz in Brandenburg vorbeiziehen.
Der Gewerkschaft reicht das vorliegende Angebot aber noch nicht, sie ist bislang nicht von ihren Forderungen abgerückt. Und Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt betont weiterhin: „Wir sind inhaltlich noch sehr weit auseinander.“ Verdi will 750 Euro mehr pro Monat für alle Beschäftigten, außerdem 300 Euro als Fahrdienst- und weitere 200 Euro als Schichtzulage. Dazu kommt 13. Monatsgehalt.
Auch in Brandenburg soll in diesem Jahr über mehr Geld verhandelt werden
Die Verbesserung im Ländervergleich, die die BVG anspricht, ist laut Arndt zudem nur von kurzer Dauer. Denn die aktuell ebenfalls laufenden Verhandlungen für einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst betreffen auch den kommunalen Nahverkehr in mehreren Bundesländern. Mutmaßlich wird sich bei den Gehältern der dortigen Beschäftigten also ebenfalls etwas tun. Und in Brandenburg, so Arndt, stehe ab dem Sommer die nächste Entgeltrunde an. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sie uns nach dem Tarifabschluss wieder überholen würden, ist sehr groß. Das heißt, wir würden Ende des Jahres wieder auf den letzten Plätzen rangieren.“

Nach den bisherigen Verhandlungen hat Verdi das Gespräch mit den BVG-Beschäftigten gesucht, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Grundsätzlich ist das auch diesmal geplant. „Das setzt aber voraus, dass ein neues Angebot auf dem Tisch liegt“, so Arndt. Ist das der Fall, wird die Befragung der Mitarbeitenden voraussichtlich bis Montag dauern. Dann soll die Tarifkommission erneut tagen und eine Entscheidung treffen, ob es weitere Streiks gibt.
Außerdem bliebe, wenn am Mittwoch kein Durchbruch erzielt wird, nur noch ein weiterer Termin, bis das Ultimatum der Gewerkschaft abläuft – und unbefristete Streiks drohen. Diese fünfte Verhandlungsrunde von Verdi und BVG ist für den 21. März angesetzt.





